In der Gasse

Friedrich Hebbel

1813

Ich blicke hinab in die Gasse, Dort drüben hat sie gewohnt; Das öde, verlassene Fenster, Wie hell bescheint′s der Mond.

Es gibt so viel zu beleuchten; O holde Strahlen des Lichts, Was webt ihr denn gespenstisch Um jene Stätte des Nichts!

Anhören

Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Illustration zu In der Gasse

Interpretation

Das Gedicht "In der Gasse" von Friedrich Hebbel beschreibt eine melancholische Szene, in der der Sprecher auf eine verlassene Gasse blickt. Dort, wo einst seine Geliebte wohnte, steht ein leeres Fenster, das vom Mondlicht erhellt wird. Die Stimmung ist düster und nostalgisch, da der Sprecher an die Vergangenheit und den Verlust seiner Liebe denkt. Die zweite Strophe wirft die Frage auf, warum das Mondlicht gerade dieses verlassene Fenster anstrahlt. Es gibt so viele andere Dinge, die erhellt werden könnten, doch das Licht scheint sich auf diesen Ort des Nichts zu konzentrieren. Der Sprecher empfindet eine gewisse Unruhe und Unverständnis darüber, warum gerade dieser Ort von den "holden Strahlen des Lichts" heimgesucht wird. Das Gedicht vermittelt eine Atmosphäre von Einsamkeit, Verlust und unerklärlicher Anziehungskraft. Die Verwendung von Wörtern wie "öde", "verlassen" und "Nichts" unterstreicht die Leere und Verlassenheit, die der Sprecher empfindet. Gleichzeitig deutet die Betonung des Mondlichts auf eine gewisse Magie oder Unerklärbarkeit hin, die den Ort umgibt.

Schlüsselwörter

blicke hinab gasse drüben gewohnt öde verlassene fenster

Wortwolke

Wortwolke zu In der Gasse

Stilmittel

Anapher
Es gibt so viel zu beleuchten; O holde Strahlen des Lichts
Metapher
Um jene Stätte des Nichts
Personifikation
Das öde, verlassene Fenster, Wie hell bescheint's der Mond.