In der Frühe
1828Kein Schlaf noch kühlt das Auge mir, Dort gehet schon der Tag herfür An meinem Kammerfenster. Es wühlet mein verstörter Sinn Noch zwischen Zweifeln her und hin Und schaffet Nachtgespenster. - Ängste, quäle Dich nicht länger, meine Seele! Freu dich! schon sind da und dorten Morgenglocken wach geworden.
Anhören
Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Interpretation
Das Gedicht "In der Frühe" von Eduard Mörike beschreibt den Übergang von Nacht zu Tag und die damit verbundenen Gefühle des lyrischen Ichs. Der Morgen bricht an, während der Sprecher noch wach ist und von Zweifeln und Ängsten geplagt wird. Die Dunkelheit der Nacht und die Unsicherheit lassen "Nachtgespenster" entstehen, die das Gemüt des Sprechers beherrschen. Im zweiten Teil des Gedichts wendet sich das lyrische Ich an seine eigene Seele und ermahnt sie, die Ängste nicht länger zu quälen. Es soll sich freuen, denn die Morgenglocken sind erwacht und kündigen den neuen Tag an. Die Glocken symbolisieren Hoffnung, Trost und einen Neuanfang. Sie stehen für die Kraft des Lichts und der positiven Energien, die die Dunkelheit und die Ängste vertreiben. Die Sprache des Gedichts ist bildhaft und emotional. Die Verwendung von Metaphern wie "Nachtgespenster" und "Morgenglocken" verstärkt die Wirkung der Worte und vermittelt dem Leser die inneren Kämpfe und die letztendliche Erlösung des lyrischen Ichs. Die Wiederholung des Ausrufs "Ängste, quäle Dich nicht länger" unterstreicht die Dringlichkeit und den Wunsch nach Befreiung von den quälenden Gedanken.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Kein Schlaf noch kühlt das Auge mir
- Anapher
- Dort gehet schon der Tag herfür
- Apostrophe
- Ängste, quäle Dich nicht länger, meine Seele!
- Metapher
- Freu dich! schon sind da und dorten Morgenglocken wach geworden.
- Personifikation
- Titel: In der Frühe