In der Fremde

Franz Grillparzer

1791

Schon bin ich müd zu reisen, Wär′s doch damit am Rand, Vor Hören und vor Sehen Vergeht mir der Verstand.

So willst Du denn nach Hause? O nein! Nur nicht nach Haus! Dort stirbt des Lebens Leben Im Einerlei mir aus.

Wo also willst Du weilen? Wo findest Du die Statt? O Mensch, der nur zwei Fremden Und keine Heimat hat.

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Interpretation

Das Gedicht "In der Fremde" von Franz Grillparzer thematisiert die existenzielle Suche des Menschen nach Heimat und Zugehörigkeit. Der Sprecher äußert seine Müdigkeit und Verwirrung in der Fremde, wo ihm die Orientierung verloren geht. Die Fremde wird als ein Ort der Desorientierung und des Verlusts des Verstandes dargestellt. Der zweite Teil des Gedichts verdeutlicht, dass auch die Rückkehr nach Hause keine Lösung bietet. Das Zuhause wird als ein Ort des eintönigen und erstickenen Lebens beschrieben, in dem die Lebendigkeit des Lebens erlischt. Der Sprecher lehnt die Rückkehr ab, da er erkennt, dass das Zuhause keine Erfüllung bieten kann. Im letzten Teil des Gedichts stellt sich die Frage nach einem Ort der Zuflucht. Der Sprecher erkennt jedoch, dass er als Mensch nur zwei Fremde kennt und keine Heimat hat. Diese Erkenntnis verdeutlicht die grundlegende Einsamkeit und Ziellosigkeit des menschlichen Daseins. Das Gedicht endet mit der resignierten Feststellung, dass der Mensch nirgendwo wirklich zu Hause ist und in der Fremde gefangen bleibt.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Enjambement
Schon bin ich müd zu reisen, Wär′s doch damit am Rand, Vor Hören und vor Sehen Vergeht mir der Verstand
Kontrast
Schon bin ich müd zu reisen, Wär′s doch damit am Rand
Metapher
Vor Hören und vor Sehen Vergeht mir der Verstand
Personifikation
Dort stirbt des Lebens Leben Im Einerlei mir aus
Wiederholung
Nur nicht nach Haus