In den duftenden Frühling will ich hinaus
1815In den duftenden Frühling will ich hinaus, Hinweg aus dem kalten, beengenden Haus In die freie verlockende Weite; Was soll mir der Bücher verdrießlicher Kram, Die ich immer und immer vergeblicher nahm, Ich werfe sie freudig zur Seite.
Denn find′ ich nicht draußen der Blätter genug? Da schimmert geheimnißvoll jeglicher Zug Von des Ewigen eigenen Händen, Das wieget die übrigen Lettern wohl auf, So will ich denn auch in geflügeltem Lauf Von dem Einen zum Andern mich wenden.
Da bin ich nun draußen und blicke umher, Wie wird das Studiren schon wieder mir schwer, Hier unter den blühenden Bäumen! Sie senden schon Blüthe auf Blüthe mir zu, So will ich hier rasten in seliger Ruh, Und will nur genießen und träumen.
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Interpretation
Das Gedicht "In den duftenden Frühling will ich hinaus" von Auguste Kurs beschreibt die Sehnsucht des lyrischen Ichs nach der Natur und der Freiheit, die der Frühling mit sich bringt. Der Sprecher sehnt sich danach, das beengende Haus zu verlassen und sich in die Weite der Natur zu begeben. Die Bücher, die bisher als Quelle des Wissens galten, werden als "verdrießlicher Kram" abgetan, da der Sprecher nun erkennt, dass die Natur selbst eine unerschöpfliche Quelle des Wissens und der Inspiration ist. Die zweite Strophe verdeutlicht den Wandel im Denken des lyrischen Ichs. Die Blätter der Natur werden als ausreichende Quelle des Wissens angesehen, da sie von den "Händen des Ewigen" geschaffen wurden. Der Sprecher beschließt, sich von einem zum anderen Blatt zu bewegen, um die Vielfalt der Natur zu erkunden und zu erfahren. Die Natur wird somit als ein offenes Buch betrachtet, das es zu lesen und zu verstehen gilt. In der letzten Strophe kehrt das lyrische Ich in die Natur zurück und betrachtet die Bäume voller Bewunderung. Die Bäume senden ihre Blüten als Geschenke an den Sprecher, der sich nun entschließt, in der Natur zu ruhen und zu träumen. Das Studieren, das zuvor als mühsam empfunden wurde, wird nun als leicht und angenehm wahrgenommen. Das Gedicht endet mit dem Wunsch des lyrischen Ichs, die Schönheit der Natur zu genießen und in ihr zu träumen, ohne sich weiter um das Erwerben von Wissen zu kümmern.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Die ich immer und immer vergeblicher nahm
- Bildsprache
- Hier unter den blühenden Bäumen
- Hyperbel
- Ich werfe sie freudig zur Seite
- Kontrast
- Hinweg aus dem kalten, beengenden Haus In die freie verlockende Weite
- Metapher
- In den duftenden Frühling will ich hinaus
- Personifikation
- Da schimmert geheimnißvoll jeglicher Zug Von des Ewigen eigenen Händen
- Symbolik
- Blüthe auf Blüthe