In das Folio-Stammbuch

Friedrich von Schiller

1796

Die Weisheit wohnte sonst auf großen Foliobogen, Der Freundschaft war ein Taschenbuch bestimmt; Jetzt, da die Wissenschaft ins Kleien sich gezogen, Und leicht, wie Kork, in Almanachen schwimmt, Hast du, ein hoch beherzter Mann, Dies ungeheure Haus den Freunden aufgetan. Wie, fürchtest du denn nicht, ich muss dich ernstlich fragen, An so viel Freunden allzu schwer zu tragen?

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Interpretation

Das Gedicht "In das Folio-Stammbuch" von Friedrich von Schiller ist eine Hommage an einen mutigen Mann, der ein großes Haus den Freunden geöffnet hat. Schiller beginnt mit einem Vergleich der Vergangenheit, in der die Weisheit auf großen Foliobogen und die Freundschaft in Taschenbüchern zu finden war. Er beklagt, dass die Wissenschaft heute in kleine Almanache geschrumpft ist und leicht wie Kork schwimmt. Der Autor lobt den Mann, der trotz dieser Veränderungen ein großes Haus für Freunde geöffnet hat. Schiller stellt die Frage, ob der Mann sich nicht fürchtet, an so vielen Freunden zu schwer zu tragen. Diese Frage kann als Ausdruck der Sorge verstanden werden, dass der Mann von der Verantwortung und den Erwartungen seiner Freunde überfordert sein könnte. Es könnte auch als Hinweis darauf interpretiert werden, dass wahre Freundschaft und Weisheit nicht in kleinen Almanachen zu finden sind, sondern in einem großen Haus, das für alle offen ist. Insgesamt ist das Gedicht eine Lobpreisung der Großzügigkeit und des Mutes des Mannes, der ein großes Haus für Freunde geöffnet hat. Schiller betont die Bedeutung von Freundschaft und Weisheit und kritisiert gleichzeitig die Verflachung der Wissenschaft in kleinen Almanachen. Das Gedicht ermutigt den Leser, die Werte der Freundschaft und Weisheit zu schätzen und zu bewahren.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Bildliche Sprache
An so viel Freunden allzu schwer zu tragen
Frage
Wie, fürchtest du denn nicht, ich muss dich ernstlich fragen
Metapher
Dies ungeheure Haus den Freunden aufgetan