Immer wieder
1865Der Winter ging, der Sommer kam. Er bringt aufs neue wieder Den vielbeliebten Wunderkram Der Blumen und der Lieder.
Wie das so wechselt Jahr um Jahr, Betracht’ ich fast mit Sorgen. Was lebte, starb, was ist, es war, Und heute wird zu morgen.
Stets muss die Bildnerin Natur Den alten Ton benützen In Haus und Garten, Wald und Flur Zu ihren neuen Skizzen.
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Interpretation
Das Gedicht "Immer wieder" von Wilhelm Busch beschreibt den zyklischen Charakter der Natur und des Lebens. Der erste Teil des Gedichts betont den Wechsel der Jahreszeiten, wobei der Winter dem Sommer weicht und dieser erneut die Schönheit der Blumen und Lieder bringt. Dieser Wechsel wird als "Wunderkram" bezeichnet, was auf die erstaunliche Wiederkehr der Natur hinweist. Der zweite Teil des Gedichts reflektiert über die Vergänglichkeit des Lebens. Der Sprecher betrachtet den ständigen Wandel mit Sorge, da alles, was lebt, letztendlich stirbt und das, was ist, bereits war. Die Gegenwart wird zur Vergangenheit, während die Zukunft zur Gegenwart wird. Diese Betrachtung unterstreicht die Vergänglichkeit und die ständige Veränderung im Leben. Im letzten Teil des Gedichts wird die Natur als "Bildnerin" bezeichnet, die stets auf den "alten Ton" zurückgreift, um ihre "neuen Skizzen" zu erstellen. Dies deutet darauf hin, dass die Natur in einem ständigen Kreislauf von Schöpfung und Erneuerung gefangen ist. Der "alte Ton" symbolisiert dabei die wiederkehrenden Elemente und Muster in der Natur, die immer wieder neu interpretiert und neu gestaltet werden.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Die Wiederholung des 'w'-Lautes in 'wunderkram' und 'wieder'.
- Hyperbel
- Die Beschreibung der Jahreszeiten als 'Wunderkram' übertreibt ihre Bedeutung.
- Kontrast
- Der Gegensatz zwischen 'Was lebte, starb' und 'was ist, es war'.
- Metapher
- Die Natur als 'Bildnerin' und die Jahreszeiten als 'Wunderkram'.
- Parallelismus
- Die Wiederholung der Struktur 'Was lebte, starb, was ist, es war'.
- Personifikation
- Der Winter und der Sommer werden als Akteure dargestellt, die 'gehen' und 'kommen'.
- Rhythmus
- Der gleichmäßige Versmaß betont den Wechsel der Jahreszeiten.
- Symbolik
- Blumen und Lieder als Symbole für Schönheit und Vergänglichkeit.