Immer wieder

Richard Dehmel

1863

Ehe wir uns trennen konnten, oh, wie hielt mich dein Gesicht, sahen wir noch Einmal, dicht, dicht an deinem mein Gesicht, in den Winterwald zurück, wo die Bäume sich noch sonnten, wo die Abendwolken prangten, wo .ins feuergoldne Licht die verworrnen Zweige langten, und wir baten Gott um Glück.

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Illustration zu Immer wieder

Interpretation

Das Gedicht "Immer wieder" von Richard Dehmel erzählt von einem intensiven, intimen Moment zwischen zwei Menschen, der in der Natur stattfindet. Die Zeilen beschreiben, wie sich die Gesichter der Liebenden einander annähern, bevor sie sich trennen. Die Beschreibung des Winterwaldes, der noch von der Sonne beschienen wird und in dem die Abendwolken prangen, schafft eine romantische und zugleich melancholische Atmosphäre. Die verworrenen Zweige, die sich ins feuerhelle Licht strecken, symbolisieren die Komplexität und die Tiefe der Beziehung. Das gemeinsame Gebet um Glück unterstreicht den Wunsch nach einer positiven Zukunft trotz der bevorstehenden Trennung. Die Struktur des Gedichts, mit seinen kurzen, prägnanten Zeilen, verstärkt die emotionale Intensität des Moments. Die Wiederholung von "dicht" und die Verwendung von Ausrufezeichen heben die Dringlichkeit und die Bedeutung des Augenblicks hervor. Die Natur wird als ein Ort der Zuflucht und der Schönheit dargestellt, der den Liebenden einen Rahmen für ihre Gefühle bietet. Die Bilder von Licht und Dunkelheit, von Sonne und Winter, schaffen einen Kontrast, der die Spannung zwischen Nähe und Distanz widerspiegelt. Insgesamt vermittelt das Gedicht ein Gefühl von Sehnsucht und Verbundenheit, das durch die Trennung noch verstärkt wird. Die Bitte um Glück deutet darauf hin, dass die Liebenden sich der Herausforderungen bewusst sind, denen sie gegenüberstehen, aber dennoch an die Kraft ihrer Liebe glauben. Die Natur dient als Metapher für die Unberechenbarkeit und die Schönheit des Lebens, in der die Liebe einen festen Anker findet.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Alliteration
dicht, dicht an deinem mein Gesicht
Anapher
dicht, dicht an deinem mein Gesicht
Bildsprache
ins feuergoldne Licht die verworrnen Zweige langten
Metapher
wo die Bäume sich noch sonnten
Personifikation
wo die Abendwolken prangten