Immer Sie
1744Warest du nicht die Armide, Die den wackern Reinhold zwang? Tönte dir nicht der Ovide, Nicht der Gleime Liebessang?
Legtest du in Rosenbande Nicht des Zephyrs Wankelmut? Stiegst du nicht an Cyprus Strande Wonnenschauernd aus der Flut?
Ein auch dir bekannter Kleiner, Schön wie du und wohl gelaunt, Hat mir längst ins Ohr geraunt:
Wo gesprochen wird von Einer Die, was treflich ist, vereint, Wird Helena stets gemeint.
Anhören
Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Interpretation
Das Gedicht "Immer Sie" von Heinrich Christian Boie ist eine Hommage an eine Frau, die als Inbegriff der Schönheit und Anmut dargestellt wird. Der Sprecher vergleicht sie mit legendären Figuren wie Armide, die den tapferen Ritter Reinhold verzauberte, und bezieht sich auf die Liebeslieder des Ovid und Gleim, um ihre unwiderstehliche Anziehungskraft zu betonen. Die Frau wird als zart und verführerisch beschrieben, wie eine Rose in Zephyrs Laune, und als Göttin, die aus dem Meer auf Zypern steigt, was ihre überirdische Schönheit unterstreicht. Der zweite Teil des Gedichts führt eine weitere Figur ein, einen "Kleinen", der dem Sprecher zuflüstert, dass, wenn von einer Frau gesprochen wird, die alles Schöne in sich vereint, stets Helena gemeint ist. Dies deutet darauf hin, dass die angesprochene Frau als die moderne Helena betrachtet wird, die Verkörperung der vollkommenen Schönheit und Anziehungskraft. Der Sprecher scheint von dieser Frau so fasziniert zu sein, dass er sie mit den größten Schönheiten der Geschichte und Literatur vergleicht. Insgesamt vermittelt das Gedicht die Idee, dass die Schönheit und Anziehungskraft der Frau so überwältigend sind, dass sie mit den legendärsten und begehrtesten Frauen der Geschichte verglichen wird. Der Sprecher und der "Kleine" sind sich einig, dass sie die moderne Helena ist, die unerreichte Schönheit und Anmut verkörpert.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Warest du nicht die Armide
- Anapher
- Tönte dir nicht der Ovide, Nicht der Gleime Liebessang?
- Hyperbel
- Schön wie du und wohl gelaunt
- Metapher
- Stiegst du nicht an Cyprus Strande Wonnenschauernd aus der Flut
- Personifikation
- Legtest du in Rosenbande Nicht des Zephyrs Wankelmut