Immer leiser wird mein Schlummer

Hermann Lingg

1820

Immer leiser wird mein Schlummer, Nur wie Schleier liegt mein Kummer Zitternd über mir. Oft im Traume hör ich dich Rufen drauß vor meiner Tür, Niemand wacht und öffnet dir, Ich erwach und weine bitterlich.

Ja, ich werde sterben müssen, Eine Andre wirst du küssen, Wenn ich bleich und kalt. Eh die Maienlüfte wehn, Eh die Drossel singt im Wald: Willst du mich noch einmal sehn, Komm, o komme bald!

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Interpretation

Das Gedicht "Immer leiser wird mein Schlummer" von Hermann Lingg handelt von der Trauer und Sehnsucht einer Person, die von einer geliebten Person getrennt ist. Die Stimmung ist melancholisch und voller Verzweiflung. Im ersten Teil des Gedichts beschreibt der Sprecher, wie sein Schlaf immer leiser wird und wie sein Kummer wie ein Schleier über ihm liegt. Er hört im Traum die Stimme der geliebten Person, die vor seiner Tür ruft, aber niemand wacht auf, um sie hereinzulassen. Der Sprecher erwacht und weint bitterlich. Im zweiten Teil des Gedichts reflektiert der Sprecher über seinen bevorstehenden Tod und die Tatsache, dass die geliebte Person jemand anderen küssen wird, wenn er bleich und kalt ist. Er bittet die geliebte Person, bald zu kommen, bevor der Frühling kommt und die Vögel im Wald singen. Der Sprecher sehnt sich danach, die geliebte Person noch einmal zu sehen, bevor es zu spät ist.

Schlüsselwörter

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Wortwolke

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Stilmittel

Alliteration
Immer leiser wird mein Schlummer
Anapher
Eh die Maienlüfte wehn, Eh die Drossel singt im Wald
Apostrophe
Komm, o komme bald!
Metapher
Nur wie Schleier liegt mein Kummer
Personifikation
Zitternd über mir