Im Walde
1855So einsam ist es um mich her, so friedlich und so still, wenn nicht das Leid im Herzen wär′, das nimmer schweigen will.
Die Vöglein singen dort und hier, im Wipfel lind es bebt, es steht ein fernes Grab vor mir, ist′s wahr, daß ich′s erlebt?
Zwei Falter fliegen ab und zu, wo eine Knospe sprang: So schwärmten wir einst, ich und du, den grünen Wald entlang.
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Interpretation
Das Gedicht "Im Walde" von Martin Greif beschreibt eine einsame und nachdenkliche Stimmung in der Natur. Der Sprecher fühlt sich von der umgebenden Stille und dem Frieden angezogen, doch gleichzeitig wird er von einem unaufhörlichen Schmerz in seinem Herzen geplagt. Der Kontrast zwischen der äußeren Ruhe und dem inneren Leid wird deutlich betont. In der zweiten Strophe wird die Natur mit ihren singenden Vögeln und dem sanften Beben der Wipfel beschrieben. Doch mitten in dieser idyllischen Szene steht ein fernes Grab vor dem Sprecher. Die Frage, ob er dieses Grab tatsächlich erlebt hat, lässt auf eine schmerzhafte Erinnerung schließen, möglicherweise den Verlust eines geliebten Menschen. Die letzte Strophe führt eine weitere Ebene der Sehnsucht ein. Die beiden Falter, die um eine aufgegangene Knospe flattern, erinnern den Sprecher an eine vergangene Zeit, als er mit einer geliebten Person durch den grünen Wald wanderte. Die Wiederholung des Wortes "schwärmten" unterstreicht die Intensität dieser Erinnerung und den Kontrast zur gegenwärtigen Einsamkeit. Das Gedicht vermittelt somit eine tiefe Melancholie und die unausweichliche Verbindung von Schönheit und Schmerz in der Natur und im Leben.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildlichkeit
- Die Vöglein singen dort und hier, im Wipfel lind es bebt
- Metapher
- So einsam ist es um mich her, so friedlich und so still
- Rückblende
- So schwärmten wir einst, ich und du, den grünen Wald entlang
- Symbolik
- es steht ein fernes Grab vor mir
- Vergleich
- Zwei Falter fliegen ab und zu, wo eine Knospe sprang