Im Walde
1836Es zog eine Hochzeit den Berg entlang, Ich hörte die Vögel schlagen, Da blitzten viel Reiter, das Waldhorn klang, Das war ein lustiges Jagen!
Und eh ichs gedacht, war alles verhallt, Die Nacht bedecket die Runde, Nur von den Bergen noch rauschet der Wald Und mich schauert im Herzensgrunde.
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Interpretation
Das Gedicht "Im Walde" von Joseph von Eichendorff beschreibt eine flüchtige und geheimnisvolle Szene im Wald. Der Sprecher hört eine Hochzeit den Berg entlangziehen, begleitet von Vogelgesang, reitenden Gestalten und dem Klang eines Waldhorns. Die Atmosphäre ist von Lebendigkeit und Freude geprägt, was durch die Beschreibung des "lustigen Jagens" zum Ausdruck kommt. Doch die Szene ist von kurzer Dauer. Bevor der Sprecher sie vollständig erfassen kann, verhallt alles, und die Nacht bricht herein. Die Dunkelheit bedeckt die Umgebung, und nur der Wald rauscht noch von den Bergen her. Diese plötzliche Verwandlung von Licht zu Dunkelheit und von Lärm zu Stille erzeugt eine geheimnisvolle und fast unheimliche Stimmung. Der letzte Vers des Gedichts verrät die emotionale Wirkung dieser Erfahrung auf den Sprecher. Er fühlt sich bis ins Innerste erschüttert, was auf eine tiefe, vielleicht sogar spirituelle oder existenzielle Reaktion hindeutet. Das Gedicht vermittelt somit eine Mischung aus äußerer Beobachtung und innerer Reflexion, die den Leser in eine Welt voller Geheimnisse und unergründlicher Tiefen entführt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Es zog eine Hochzeit den Berg entlang
- Anapher
- Das blitzten viel Reiter, das Waldhorn klang
- Hyperbel
- Das war ein lustiges Jagen!
- Personifikation
- nur von den Bergen noch rauschet der Wald
- Synästhesie
- Mich schauert im Herzensgrunde