Im Tannwald
1835Unheimlich an hört sich im Wald das Knarren Der Tannen, die, von andern überhangen, Hinauf zum grauen Abendhimmel starren.
So stört in Nächten oft, in kummerbangen, Der Schlafende den andern durch ein Schnarren Und seltsam Rufen, wirr im Traum begangen.
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Interpretation
Das Gedicht "Im Tannwald" von Christian Wagner schildert eine unheimliche Atmosphäre im Wald. Die Tannen werden als lebende Wesen personifiziert, die unter dem Gewicht der überhängenden Bäume leiden und zum grauen Abendhimmel aufblicken. Diese Bildsprache erzeugt eine düstere Stimmung, die an die Grenzen zwischen Realität und Traum erinnert. Im zweiten Teil des Gedichts wird eine Parallele zwischen den knarrenden Tannen und schlafenden Menschen gezogen. Beide stören ihre Umgebung durch unangenehme Geräusche - die Bäume durch ihr Knarren und die Schlafenden durch ihr Schnarchen und verwirrte Rufe. Diese Gegenüberstellung verstärkt das Gefühl der Unruhe und des Unbehagens, das der Wald ausstrahlt. Das Gedicht vermittelt eine tiefe Verbundenheit zwischen Natur und Mensch, indem es zeigt, wie beide in ähnlichen Situationen Unbehagen und Störungen erfahren. Die unheimliche Atmosphäre des Waldes spiegelt sich in den nächtlichen Störungen wider und schafft eine Brücke zwischen der äußeren Umgebung und den inneren Zuständen der Menschen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- kummerbangen, der Schlafende
- Metapher
- Der Schlafende stört den andern durch ein Schnarren
- Personifikation
- Die Tannen starren hinauf zum grauen Abendhimmel
- Vergleich
- So stört in Nächten oft, in kummerbangen, der Schlafende den andern durch ein Schnarren