Im Schnee

Gottfried Keller

1819

Wie naht das finster türmende Gewölk so schwarz und schwer! Wie jagt der Wind, der stürmende, Das Schneegestöber her!

Verschwunden ist die blühende Und grüne Weltgestalt; Es eilt der Fuß, der fliehende, Im Schneefeld naß und kalt.

Wohl dem, der nun zufrieden ist Und innerlich sich kennt! Dem warm ein Herz beschieden ist, Das heimlich loht und brennt!

Wo, traulich sich dran schmiegend, es Die wache Seele schürt, Ein perlend, nie versiegendes Gedankenbrauwerk rührt!

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Illustration zu Im Schnee

Interpretation

Das Gedicht "Im Schnee" von Gottfried Keller beschreibt eine winterliche Szenerie, in der sich die Natur in einen dunklen, schneebedeckten Zustand verwandelt hat. Die ersten beiden Strophen malen ein Bild von der bedrohlichen und kalten Atmosphäre, die durch das herannahende Gewölk, den stürmischen Wind und das Schneegestöber entsteht. Die Welt erscheint kahl und unfreundlich, und die Menschen eilen durch das nasse, kalte Schneefeld. Die dritte Strophe wendet sich jedoch einem optimistischeren Ton zu. Sie preist diejenigen, die mit sich selbst zufrieden sind und ein warmes Herz besitzen, das heimlich glüht und brennt. Diese innere Wärme und Zufriedenheit stehen im Kontrast zur äußeren Kälte und Härte der winterlichen Umgebung. Die letzte Strophe verdeutlicht, dass das warme Herz, an das sich die Seele schmiegt, eine Quelle unerschöpflicher Gedanken und Ideen ist. Das "perlende, nie versiegende Gedankenbrauwerk" symbolisiert die kreative und geistige Fülle, die in einem Menschen wohnt, der mit sich selbst im Reinen ist. Das Gedicht vermittelt somit die Botschaft, dass man auch in schwierigen, äußeren Umständen durch innere Zufriedenheit und geistige Wärme Trost und Inspiration finden kann.

Schlüsselwörter

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Wortwolke zu Im Schnee

Stilmittel

Alliteration
Wie naht das finster türmende Gewölk so schwarz und schwer!
Hyperbel
Wohl dem, der nun zufrieden ist Und innerlich sich kennt!
Metapher
Ein perlend, nie versiegendes Gedankenbrauwerk rührt!
Personifikation
Wie jagt der Wind, der stürmende, Das Schneegestöber her!
Symbolik
Dem warm ein Herz beschieden ist, Das heimlich loht und brennt!