Im Park

Joachim Ringelnatz

1883

Ein ganz kleines Reh stand am ganz kleinen Baum still und verklärt wie ein Traum. Das war des Nachts elf Uhr zwei, Und dann kam ich um vier morgens wieder vorbei, Und da träumte noch immer das Tier. Nun schlich ich mich leise ich atmete kaum Gegen den Wind an den Baum, Und gab dem Reh einen ganz kleinen Stipps. Und da war es aus Gips.

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Illustration zu Im Park

Interpretation

Das Gedicht "Im Park" von Joachim Ringelnatz erzählt eine Geschichte, die auf den ersten Blick wie ein ruhiger Spaziergang durch einen Park wirkt. Der Erzähler trifft auf ein kleines Reh, das regungslos an einem Baum steht. Die Stimmung ist ruhig und verklärt, fast wie in einem Traum. Die Zeit wird genau angegeben, was eine gewisse Spannung aufbaut und den Leser neugierig macht. Die Wiederholung des Geschehens nach mehreren Stunden verstärkt die ruhige und fast unwirkliche Atmosphäre. Das Reh träumt immer noch, was die Idee verstärkt, dass die Szene nicht real ist. Die Beschreibung des Erzählers, wie er sich leise und vorsichtig nähert, unterstreicht die zarte und vorsichtige Natur der Szene. Die Handlung des Erzählers, dem Reh einen kleinen Stups zu geben, ist ein Moment der Interaktion, der die Erwartung des Lesers auf eine Reaktion des Rehs steigert. Der Schluss des Gedichts ist überraschend und humorvoll. Das Reh ist aus Gips, was bedeutet, dass die gesamte Szene eine Illusion oder eine Täuschung war. Dieser unerwartete Twist bringt eine komische Note in das Gedicht und zeigt, wie Erwartungen und Realität auseinanderklaffen können. Das Gedicht endet mit einer leichten Ironie, die den Leser zum Schmunzeln bringt.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Ironie
Und da war es aus Gips
Metapher
still und verklärt wie ein Traum
Personifikation
da träumte noch immer das Tier