Im Osten

Georg Trakl

1914

Den wilden Orgeln des Wintersturms Gleicht des Volkes finstrer Zorn, Die purpurne Woge der Schlacht, Entlaubter Sterne.

Mit zerbrochnen Brauen, silbernen Armen Winkt sterbenden Soldaten die Nacht. Im Schatten der herbstlichen Esche. Seufzen die Geister der Erschlagenen.

Dornige Wildnis umgurtet die Stadt. Von blutenden Stufen jagt der Mond Die erschrockenen Frauen. Wilde Wölfe brachen durchs Tor.

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Interpretation

Das Gedicht "Im Osten" von Georg Trakl thematisiert die düstere und gewalttätige Atmosphäre des Krieges. Es beginnt mit einer Metapher, die den Zorn des Volkes mit den wilden Orgeln eines Wintersturms vergleicht, was auf eine chaotische und zerstörerische Stimmung hindeutet. Die "purpurne Woge der Schlacht" und die "entlaubten Sterne" verstärken das Bild einer blutigen und hoffnungslosen Situation. Im zweiten Abschnitt wird die Nacht als eine Art Retterin dargestellt, die den sterbenden Soldaten mit "zerbrochnen Brauen" und "silbernen Armen" zuwinkt. Die "Geister der Erschlagenen" seufzen im Schatten einer herbstlichen Esche, was die Trauer und das Leid der Toten verdeutlicht. Die Verwendung von Naturbildern wie der Esche und der Nacht schafft eine düstere und melancholische Stimmung. Im letzten Abschnitt wird die Stadt als von einer "dornigen Wildnis" umgeben beschrieben, was auf Isolation und Verlassenheit hindeutet. Der Mond jagt die erschrockenen Frauen von blutenden Stufen, was die Angst und das Chaos in der Stadt verdeutlicht. Die "wilden Wölfe", die durch das Tor brachen, symbolisieren die unkontrollierbare Gewalt und Zerstörung, die den Krieg mit sich bringt.

Schlüsselwörter

wilden orgeln wintersturms gleicht volkes finstrer zorn purpurne

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Stilmittel

Metapher
Die erschrockenen Frauen
Personifikation
Wilde Wölfe brachen durchs Tor
Vergleich
Den wilden Orgeln des Wintersturms gleicht des Volkes finstrer Zorn