Im Lenz
1139Ahi, nun kommt die schöne Zeit Mit kleiner Vögelein Gesang, Die Linde grünet weit und breit, Vergangen ist der Winter lang.
Rings auf der Erde ausgestreut Sind mannigfaltige Blümelein, Davon wird manches Herz erfreut, So sollt auch meins getröstet sein.
Und oben auf dem Lindenbaum Sang hold ein kleines Vögelein, Da ward es laut am Waldessaum. Da schwang sich auf das Herze mein.
Es flog dahin, wo einst es war, Wo blühende Rosenbüsche stehn, Die wecken viel Gedanken gar, Die alle hin zur Liebsten gehn.
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Interpretation
Das Gedicht "Im Lenz" von Dietmar von Aist beschreibt die Ankunft des Frühlings und die damit verbundenen Gefühle von Freude und Sehnsucht. Der Sprecher begrüßt die schöne Zeit, die mit dem Gesang der Vögel und dem Grün der Linde kommt, und lässt den langen Winter hinter sich. Die Natur erwacht zu neuem Leben, und die vielfältigen Blumen erfreuen das Herz. Der Sprecher wünscht sich, dass auch sein Herz getröstet sein möge. In der zweiten Strophe wird die Szene auf dem Lindenbaum fortgesetzt. Ein kleines Vögelchen singt hold, und seine Stimme hallt laut am Waldessaum wider. Der Gesang des Vogels berührt das Herz des Sprechers tief und lässt es aufschwingen vor Sehnsucht und Verlangen. In der dritten Strophe folgt der Sprecher dem Flug des Vogels zu einem Ort, an dem einst blühende Rosenbüsche standen. Die Erinnerung an diesen Ort weckt viele Gedanken im Sprecher, die alle zu seiner Liebsten führen. Das Gedicht endet mit der Andeutung, dass die Sehnsucht des Sprechers seiner Liebsten gilt und dass die Frühlingslandschaft ihn an sie erinnert.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Die Linde grünet weit und breit
- Bildsprache
- Rings auf der Erde ausgestreut sind mannigfaltige Blümelein
- Metapher
- So sollt auch meins getröstet sein
- Personifikation
- Die Linde grünet weit und breit
- Symbolik
- Die wecken viel Gedanken gar, Die alle hin zur Liebsten gehn