Im Junius 1783
1783Vergebens steigt der Tag in lichten Farben Vergebens hüllt in Schimmer sich die Nacht Mein Herz bleibt kalt, seitdem die Wünsche starben Die schön dich mir, du Tag und Nacht! gemacht Obs Winter ist, ob Veilchen um mich blühen Ob Rabe krächzt, ob Lerche um mich schwirrt Obs Mondennacht, ob Donnerwolken ziehen Ist der gleichviel, die ohne Wünsche irrt.
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Interpretation
Das Gedicht "Im Junius 1783" von Johanna Sophie Dorothea Albrecht beschreibt eine tiefe emotionale Leere und Verzweiflung. Die Sprecherin fühlt sich durch den Verlust ihrer Wünsche und Hoffnungen innerlich erstarrt, unabhängig von der äußeren Schönheit von Tag und Nacht. Die Natur, die normalerweise Trost und Inspiration bietet, kann sie nicht mehr erreichen. Die Bilder von Veilchen, Raben, Lerchen, Mond und Wolken werden als bedeutungslos dargestellt, da sie ohne die ersehnte Verbindung zu einem geliebten Menschen keinen emotionalen Wert mehr haben. Die Stimmung des Gedichts ist von Melancholie und Resignation geprägt. Die Wiederholung des Wortes "vergebens" zu Beginn unterstreicht die Nutzlosigkeit der äußeren Reize, die die innere Leere nicht füllen können. Die Metapher des "kalten Herzens" verdeutlicht die emotionale Erstarrung und den Verlust der Lebensfreude. Die Sprecherin scheint in einem Zustand der Hoffnungslosigkeit gefangen zu sein, in dem sie sich von der Welt um sie herum entfremdet fühlt. Die Struktur des Gedichts mit seinen kurzen, prägnanten Versen verstärkt die Intensität der ausgedrückten Gefühle. Die Verwendung von Kontrasten, wie Licht und Dunkelheit, Winter und Frühling, unterstreicht die Diskrepanz zwischen der äußeren Schönheit der Welt und der inneren Leere der Sprecherin. Das Gedicht vermittelt eindringlich die tiefe Traurigkeit und Verzweiflung, die entstehen können, wenn die Verbindung zu einem geliebten Menschen verloren geht und die Welt ihre Bedeutung verliert.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Vergebens steigt der Tag in lichten Farben Vergebens hüllt in Schimmer sich die Nacht
- Hyperbel
- Mein Herz bleibt kalt, seitdem die Wünsche starben
- Kontrast
- Obs Winter ist, ob Veilchen um mich blühen Obs Rabe krächzt, ob Lerche um mich schwirrt Obs Mondennacht, ob Donnerwolken ziehen
- Personifikation
- Obs Rabe krächzt, ob Lerche um mich schwirrt