Im Herbste
1847Kalte Luft durchzieht die Bäume, Welke Blätter wehn herab, Und des Lenzes Blütenträume Fanden früh ihr stilles Grab.
Nebel lagern feucht im Thale, Scheues Wild rauscht durch den Wald, Und der Tag, mit kühlem Strale, Schließt sein mattes Auge bald.
Ach! — und du auch bist so traurig! — Wol ist Alles blütenarm, Wol ist Alles kalt und schaurig — Doch das Herz ist liebewarm.
Laß ihn glühn den Brand der Liebe, Daß sie flammend uns bekränz, Und wir blühn, wenn Alles trübe, Auf in grünem Liebeslenz!
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Interpretation
Das Gedicht "Im Herbste" von Hermann Rollett beschreibt die melancholische Stimmung des Herbstes, in der die Natur zu erblühen scheint. Die kalte Luft durchzieht die Bäume, welke Blätter fallen herab, und die Träume des Frühlings finden ihr stilles Grab. Die Szenerie wird weiter durch Nebel, scheues Wild und einen Tag, der bald sein Auge schließt, verstärkt. Der Dichter vergleicht die Traurigkeit des Herbstes mit der Traurigkeit eines Menschen. Obwohl alles um sie herum kalt und schaurig ist, bleibt das Herz warm und liebevoll. Dies symbolisiert die Hoffnung und die Fähigkeit der Liebe, auch in düsteren Zeiten zu blühen. Das Gedicht endet mit einem Aufruf, die Flamme der Liebe brennen zu lassen, damit sie uns kränzt und wir aufblühen können, selbst wenn alles trübe ist. Der Dichter fordert dazu auf, die Liebe als eine Art Frühling in unserem Leben zu sehen, der uns auch in schwierigen Zeiten Trost und Schönheit schenkt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildsprache
- Kalte Luft durchzieht die Bäume, Welke Blätter wehn herab
- Hyperbel
- Laß ihn glühn den Brand der Liebe, Daß sie flammend uns bekränz
- Kontrast
- Doch das Herz ist liebewarm.
- Metapher
- Und des Lenzes Blütenträume Fanden früh ihr stilles Grab.
- Personifikation
- Und der Tag, mit kühlem Strale, Schließt sein mattes Auge bald.