Im Herbst
1841Der Wald wird falb, die Blätter fallen, Wie öd und still der Raum! Die Bächlein nur gehn durch die Buchenhallen Lind rauschend wie im Traum, Und Abendglocken schallen Fern von des Waldes Saum.
Was wollt ihr mich so wild verlocken In dieser Einsamkeit? Wie in der Heimat klingen diese Glocken Aus stiller Kinderzeit - Ich wende mich erschrocken, Ach, was mich liebt, ist weit!
So brecht hervor nur, alte Lieder, Und brecht das Herz mir ab! Noch einmal grüß ich aus der Ferne wieder, Was ich nur Liebes hab, Mich aber zieht es nieder Vor Wehmut wie ins Grab.
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Interpretation
Das Gedicht "Im Herbst" von Joseph von Eichendorff beschreibt die melancholische Stimmung des Herbstes. Der Wald verfärbt sich, die Blätter fallen, und die Umgebung wird still und leer. Nur die Bäche fließen leise durch die Buchenhallen, und fern erklingen Abendglocken. Diese Bilder schaffen eine Atmosphäre der Einsamkeit und des Verlusts. Der Sprecher fühlt sich von dieser Stille und Einsamkeit angezogen, aber auch beunruhigt. Die Glocken erinnern ihn an seine Kindheit und seine Heimat, doch er ist erschrocken, weil die Menschen, die er liebt, weit entfernt sind. Diese Erinnerungen wecken in ihm eine tiefe Sehnsucht und Traurigkeit, die ihn fast überwältigt. Am Ende des Gedichts sehnt sich der Sprecher nach alten Liedern, die sein Herz brechen, aber auch nach einem letzten Gruß an das, was er liebt. Doch die übermächtige Traurigkeit zieht ihn hinab, fast wie in den Tod. Das Gedicht vermittelt eine tiefe Sehnsucht nach der Vergangenheit und der verlorenen Geborgenheit, die durch die melancholische Herbststimmung noch verstärkt wird.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Metapher
- Mich aber zieht es nieder
- Personifikation
- Die Blätter fallen
- Rhetorische Frage
- Was wollt ihr mich so wild verlocken
- Vergleich
- Vor Wehmut wie ins Grab