Im Herbst
1906Was rauscht zu meinen Füssen so? Es ist das falbe Laub vom Baum! Wie stand er jüngst so blüthenfroh Am Waldessaum!
Was ruft zu meinen Häuptern so? Der Vogel ist′s im Wanderflug, Der noch vor kurzem sangesfroh Zu Neste trug.
Mein ahnend Herz, was pochst du so? Du fühlst den Pulsschlag der Natur, Und dass verwehen wird also Auch deine Spur!
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Interpretation
Das Gedicht "Im Herbst" von Heinrich Seidel thematisiert den unaufhaltsamen Lauf der Zeit und die Vergänglichkeit allen Seins. Der Herbst wird als Metapher für das Altern und den nahenden Tod verwendet. Der Sprecher beobachtet die Veränderungen in der Natur und zieht Parallelen zu seinem eigenen Leben. Im ersten Teil des Gedichts werden konkrete Beobachtungen in der Natur gemacht. Das Rascheln der gelben Blätter unter den Füßen des Sprechers wird als Symbol für das Vergehen des Lebens interpretiert. Der Baum, der einst voller Blüten stand, hat seine Pracht verloren. Ebenso wird der Vogel erwähnt, der einst fröhlich sang und nun im Zug der Jahreszeiten seine Richtung ändert. Diese Bilder verdeutlichen den natürlichen Zyklus von Wachstum und Verfall. Im letzten Teil des Gedichts wendet sich der Sprecher an sein eigenes Herz, das vorahnend schlägt. Er erkennt, dass auch sein eigenes Leben vergänglich ist und dass er eines Tages wie die Blätter und der Vogel verschwunden sein wird. Die Natur dient als Spiegel für die eigene Sterblichkeit und mahnt zur Achtsamkeit im Umgang mit der begrenzten Lebenszeit.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Was rauscht zu meinen Füssen so? Was ruft zu meinen Häuptern so? Mein ahnend Herz, was pochst du so?
- Kontrast
- Wie stand er jüngst so blüthenfroh Am Waldessaum!
- Metapher
- Du fühlst den Pulsschlag der Natur
- Personifikation
- Was rauscht zu meinen Füssen so? Es ist das falbe Laub vom Baum!
- Vergänglichkeit
- Und dass verwehen wird also Auch deine Spur!