Im Garten

Theodor Fontane

1851

Die hohen Himbeerwände Trennten dich und mich, Doch im Laubwerk unsre Hände Fanden von selber sich.

Die Hecke konnt` es nicht wehren, Wie hoch sie immer stund. Ich reichte dir die Beeren Und du reichtest mir deinen Mund.

Ach, schrittest du durch den Garten Noch einmal im raschen Gang, Wie gerne wollt` ich warten, Warten stundenlang.

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Illustration zu Im Garten

Interpretation

Das Gedicht "Im Garten" von Theodor Fontane beschreibt eine heimliche Begegnung zwischen zwei Liebenden in einem Garten. Die hohen Himbeerwände dienen als symbolische Barriere, die die Liebenden physisch trennt, doch ihre Hände finden im Laubwerk zueinander. Die Natur scheint sich ihrer Verbindung zu beugen, da selbst die Hecke sie nicht voneinander trennen kann. Die Beeren, die einer dem anderen reicht, werden zu einem Symbol der Zuneigung und des Austauschs, der schließlich in einem Kuss gipfelt. Die zweite Strophe verdeutlicht die Intensität des Moments und die Überwindung der physischen Hindernisse durch die emotionale Nähe. Die Beeren symbolisieren nicht nur die Fruchtbarkeit der Natur, sondern auch die Süße und den Reichtum der Liebe, die trotz aller Hindernisse wächst. Die Geste, den Mund zu reichen, ist ein intimer Akt, der die tiefe Verbundenheit der Liebenden unterstreicht. In der dritten Strophe kehrt die Erinnerung an diesen Moment zurück und weckt den Wunsch, ihn zu wiederholen. Der Sprecher sehnt sich danach, die Geliebte erneut durch den Garten schreiten zu sehen und würde bereitwillig Stunden warten, um diesen Augenblick noch einmal zu erleben. Die Sehnsucht nach der Wiederholung des Erlebnisses zeigt die nachhaltige Wirkung dieses Augenblicks der Zweisamkeit und die tiefe emotionale Bindung, die er geschaffen hat.

Schlüsselwörter

warten hohen himbeerwände trennten laubwerk unsre hände fanden

Wortwolke

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Stilmittel

Anapher
Warten, Warten stundenlang
Enjambement
Doch im Laubwerk unsre Hände Fanden von selber sich.
Metapher
Die hohen Himbeerwände
Personifikation
Die Hecke konnt` es nicht wehren, Wie hoch sie immer stund.
Wiederholung
Ich reichte dir die Beeren Und du reichtest mir deinen Mund.