Im Alter
1841Wie wird nun alles so stille wieder! So war mirs oft in der Kinderzeit, Die Bäche gehen rauschend nieder Durch die dämmernde Einsamkeit, Kaum noch hört man einen Hirten singen, Aus allen Dörfern, Schluchten, weit Die Abendglocken herüberklingen, Versunken nun mit Lust und Leid Die Täler, die noch einmal blitzen, Nur hinter dem stillen Walde weit Noch Abendröte an den Bergesspitzen, Wie Morgenrot der Ewigkeit.
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Interpretation
Das Gedicht "Im Alter" von Joseph von Eichendorff beschreibt die ruhige und melancholische Stimmung des Alters, die an die Kindheit erinnert. Der Sprecher reflektiert über die Stille und Ruhe, die sich im Alter einstellt, ähnlich wie in der Kindheit. Die Natur wird als friedlich und harmonisch dargestellt, mit rauschenden Bächen und dem Klang der Abendglocken, die aus den Dörfern und Schluchten herüberklingen. Die Vergänglichkeit und Vergessenheit der Vergangenheit werden betont, da Lust und Leid der Täler versunken sind. Die Abendröte, die noch hinter dem stillen Walde an den Bergesspitzen zu sehen ist, wird mit dem Morgenrot der Ewigkeit verglichen. Dies deutet auf die Hoffnung und den Glauben an ein ewiges Leben oder eine spirituelle Dimension hin, die über das irdische Dasein hinausgeht. Das Gedicht vermittelt eine tiefe Sehnsucht nach der Vergangenheit und eine Akzeptanz des gegenwärtigen Zustands. Die Natur dient als Spiegel für die innere Stimmung des Sprechers und symbolisiert die Kontinuität und den Kreislauf des Lebens. Die Abendröte als Symbol für das Ende des Tages und das Morgenrot als Symbol für den ewigen Anfang schaffen eine Brücke zwischen dem Irdischen und dem Göttlichen, was die spirituelle Dimension des Gedichts unterstreicht.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Wie wird nun alles so stille wieder!
- Metapher
- Die Abendglocken herüberklingen
- Personifikation
- Die Bäche gehen rauschend nieder
- Vergleich
- Wie Morgenrot der Ewigkeit