Ihr Grab
1911Es blüht ein Grab in treuer Hut, Das beste Herz darinnen ruht.
Zu oberst blühen Rosen rot- Dein Mund so manchen Kuß mir bot.
Und weiter ab die Lilie blüht- Dein Herz hat rein für mich geglüht.
Zu Füßen liegt ein grüner Kranz- Ich schwang dich oft im Maientanz.
Die Leute gehen dran vorbei, Mir aber bricht das Herz entzwei.
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Interpretation
Das Gedicht "Ihr Grab" von Martin Greif handelt von der tiefen Trauer und Sehnsucht eines Menschen nach seiner verstorbenen Geliebten. Das Grab wird als Ort der Erinnerung und der Liebe beschrieben, der vom Sprecher in treuer Obhut gehalten wird. Die verschiedenen Blumen und Pflanzen auf dem Grab symbolisieren die verschiedenen Aspekte der Beziehung und der Persönlichkeit der Verstorbenen. Die Rosen stehen für die leidenschaftlichen Küsse, die Lilien für die Reinheit des Herzens und der grüne Kranz für die gemeinsamen Tänze im Mai. Die zweite Strophe des Gedichts beschreibt die Blumen auf dem Grab in Bezug auf die verschiedenen Körperteile der Geliebten. Die Rosen blühen "zu oberst", was auf den Mund der Verstorbenen anspielt, der dem Sprecher viele Küsse gegeben hat. Die Lilien blühen "weiter ab", was auf das Herz der Geliebten hindeutet, das für den Sprecher rein und wahrhaftig war. Der grüne Kranz liegt "zu Füßen", was auf die gemeinsamen Tänze im Mai anspielt, bei denen der Sprecher seine Geliebte oft im Arm hielt. Die letzte Strophe des Gedichts verdeutlicht den Kontrast zwischen der Gleichgültigkeit der Menschen, die am Grab vorbeigehen, und der tiefen Trauer des Sprechers. Während die Leute das Grab nur als einen Ort des Todes und der Trauer sehen, ist es für den Sprecher ein Ort der Liebe und der Erinnerung. Das Herz des Sprechers bricht beim Anblick des Grabes in zwei Teile, was die tiefe emotionale Schmerz und Verlust symbolisiert, den er durch den Tod seiner Geliebten erfahren hat.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Kontrast
- Die Leute gehen dran vorbei, Mir aber bricht das Herz entzwei
- Metapher
- Es blüht ein Grab in treuer Hut
- Symbolik
- Grüner Kranz- Ich schwang dich oft im Maientanz