Ick bin in Tempelhof jeboren...
1912Ick bin in Tempelhof jeboren Der Flieder wächst mich aus die Ohren. In meinem Maule grast die Kuh.
Ick geh zuweilen sehr und schwanger Auf einem Blumen-i-o-anger Mein Vater, was sagst Du dazu?
Wir gleichen sehr den Baletteusen, Pleureusen - Dösen - Schnösen - lösen. Gewollt zu haben - selig sein.
Verehrte Herrn, verehrte Damen, Die um mich hören herzu kamen Dies widmet der Gesangverein.
Und Jungfraun kamen wunderbar Geschmeide scheidegelb im Haar Mit schlankgestielten Lilien.
Der Kakagei und Papadu Die sahen auch dabei dazu Und kamen aus Brasilien.
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Interpretation
Das Gedicht "Ick bin in Tempelhof jeboren" von Hugo Ball ist ein Beispiel für die Dada-Bewegung, die sich durch absurde und sinnlose Sprache auszeichnet. Es spielt mit der deutschen Sprache, indem es absichtlich falsch geschriebene Wörter und ungewöhnliche Ausdrücke verwendet. Die absurden Bilder, wie der Flieder, der aus den Ohren wächst, oder die Kuh, die im Mund grast, unterstreichen die absurde Natur des Gedichts. Die zweite Strophe führt eine persönliche Note ein, indem der Sprecher fragt, was der Vater dazu sagt. Dies könnte als Versuch interpretiert werden, die Absurdität des Lebens und der eigenen Existenz zu hinterfragen. Die dritte Strophe verwendet eine Reihe von absurden und sinnlosen Wörtern, die möglicherweise die chaotische und unvorhersehbare Natur des Lebens darstellen. Die letzte Strophe bringt eine Art von Abschluss oder Akzeptanz, indem der Sprecher seine Existenz und die damit verbundene Absurdität akzeptiert. Die Erwähnung des Gesangvereins und der schönen Jungfrauen könnte als Versuch interpretiert werden, die Absurdität des Lebens zu feiern und zu umarmen. Die absurde Einbeziehung des Kakageis und des Papageis aus Brasilien unterstreicht die globale und universelle Natur der Absurdität.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- alliteration
- Der Flieder wächst mich aus die Ohren
- hyperbel
- Der Flieder wächst mich aus die Ohren
- personifikation
- Der Kakagei und Papadu die sahen auch dabei dazu
- rhetorische frage
- Mein Vater, was sagst Du dazu?
- wiederholung
- Verehrte Herrn, verehrte Damen