Ich wollt das Lied des Herzens nicht verschweigen
unknownIch wollt das Lied des Herzens nicht verschweigen. Ich wollt es jubelnd zu den Menschen schmettern, die bleich am Baume der Erkenntnis klettern, das Glück vermutend in den kahlen Zweigen.
Ich wollt sie rufen zu den breiten Küsten, an die des Meeres Wellen silbern schlagen. Ich wollt sie lehren leichte Schultern tragen und freien Sinn in übermüt′gen Brüsten.
Ich stoß ins Horn. Noch einmal. - Doch ich staune: die Menschen lachen, die ich wecken wollte, als ob ein Mißton in die Lüfte rollte. - Es muß ein Sandkorn sein in der Posaune.
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Interpretation
Das Gedicht "Ich wollt das Lied des Herzens nicht verschweigen" von Erich Kurt Mühsam ist eine poetische Darstellung des Wunsches, die Freude und das Glück des Herzens mit den Menschen zu teilen. Der Sprecher möchte sein Lied jubelnd zu den Menschen schmettern, die in ihrem Streben nach Erkenntnis mühsam und ohne Erfolg sind. Er möchte sie zu den breiten Küsten rufen, wo die Wellen des Meeres sanft an den Strand schlagen, und ihnen beibringen, leichtere Schultern zu tragen und einen freien Geist in übermütigen Brüsten zu haben. Der Sprecher versucht, die Menschen zu erwecken und zu inspirieren, indem er in sein Horn stößt. Doch anstatt aufgeschlossen zu reagieren, lachen die Menschen nur über ihn, als ob ein falscher Ton in die Luft gegangen wäre. Dies deutet darauf hin, dass die Menschen verschlossen und unfähig sind, die Botschaft des Herzens zu verstehen oder anzunehmen. Es ist, als ob ein Sandkorn in der Posaune steckt und den Klang verändert, was die Unfähigkeit der Menschen symbolisiert, die wahre Bedeutung des Liedes zu erfassen. Das Gedicht vermittelt eine gewisse Frustration und Enttäuschung über die Unfähigkeit der Menschen, die Freude und das Glück des Herzens zu erkennen und zu teilen. Es zeigt die Sehnsucht des Sprechers, die Menschen zu befreien und ihnen einen freien Geist zu vermitteln, aber auch die Erkenntnis, dass dies oft auf taube Ohren stößt. Es ist ein Appell an die Menschen, ihre verschlossene Haltung aufzugeben und sich für die Schönheit und Freude des Lebens zu öffnen.
Schlüsselwörter
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Stilmittel
- Metapher
- ein Sandkorn sein in der Posaune
- Personifikation
- die Menschen lachen, die ich wecken wollte