Ich träumte schön

Friederike Kempner

1828

Ich träumte schön und träumte viel, Das Leben schien ein Kinderspiel, Das Gute schien so federleicht, Als hätte man es bald erreicht!

Das Leben ist ein Kampfesspiel, Und bot der Wunden schwer und viel, Das Gute ach, ein goldner Traum, Erreichbar selten oder kaum!

Anhören

Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Illustration zu Ich träumte schön

Interpretation

Das Gedicht "Ich träumte schön" von Friederike Kempner beschreibt den Kontrast zwischen den idealistischen Träumen der Jugend und der harten Realität des Lebens. Im ersten Teil des Gedichts malt die Autorin ein Bild von einer idyllischen Welt, in der das Leben als "Kinderspiel" erscheint und das Gute als "federleicht" erreichbar. Diese optimistische Sichtweise spiegelt die Naivität und den Idealismus wider, der oft mit der Jugend einhergeht. Im zweiten Teil des Gedichts wird diese rosige Sichtweise durch die Realität des Lebens ersetzt. Das Leben wird als "Kampfesspiel" beschrieben, bei dem man viele Wunden erleidet. Das Gute wird als "goldener Traum" bezeichnet, der nur selten oder kaum erreichbar ist. Diese drastische Veränderung der Perspektive verdeutlicht die Enttäuschung und den Zynismus, die oft mit dem Erwachsenwerden einhergehen. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine melancholische Stimmung und regt zum Nachdenken über die Vergänglichkeit der Jugend und die Härte des Lebens an. Es zeigt, wie die idealistischen Träume der Jugend oft durch die Realität des Lebens zunichtegemacht werden und wie schwer es ist, das Gute im Leben zu erreichen. Trotzdem lässt das Gedicht Raum für Hoffnung, da es das Gute als "goldenen Traum" bezeichnet, der zwar selten erreichbar ist, aber dennoch existiert.

Schlüsselwörter

träumte viel leben schien gute schön kinderspiel federleicht

Wortwolke

Wortwolke zu Ich träumte schön

Stilmittel

Gegensatz
Ich träumte schön und träumte viel, Das Leben schien ein Kinderspiel, Das Gute schien so federleicht, Als hätte man es bald erreicht! // Das Leben ist ein Kampfesspiel, Und bot der Wunden schwer und viel, Das Gute ach, ein goldner Traum, Erreichbar selten oder kaum!
Hyperbel
Und bot der Wunden schwer und viel
Kontrast
Das Gute schien so federleicht, Als hätte man es bald erreicht! // Das Gute ach, ein goldner Traum, Erreichbar selten oder kaum!
Metapher
Das Leben schien ein Kinderspiel // Das Leben ist ein Kampfesspiel
Personifikation
Das Gute schien so federleicht