Ich sehe dich in tausend Bildern

Novalis

1801

Ich sehe dich in tausend Bildern, Maria, lieblich ausgedrückt, Doch keins von allen kann dich schildern, Wie meine Seele dich erblickt.

Ich weiß nur, daß der Welt Getümmel Seitdem mir wie ein Traum verweht, Und ein unnennbar süßer Himmel Mir ewig im Gemüte steht.

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Interpretation

Das Gedicht "Ich sehe dich in tausend Bildern" von Novalis beschreibt die tiefe Verehrung und Sehnsucht des lyrischen Ichs nach einer Frau namens Maria. In den ersten beiden Strophen wird deutlich, dass der Sprecher Maria in zahlreichen Bildern und Darstellungen sieht, jedoch keines davon ihre wahre Schönheit und Ausstrahlung einfangen kann. Das lyrische Ich betont, dass es nur weiß, dass seitdem es Maria erblickt hat, die Welt um ihn herum an Bedeutung verloren hat und einem Traum gleicht. Stattdessen hat sich ein unbeschreibliches, süßes Gefühl in seiner Seele eingenistet, das ihm ewig erhalten bleibt. Das Gedicht vermittelt eine romantische Stimmung und spiegelt die Ideale der Romantik wider, insbesondere die Betonung der subjektiven Wahrnehmung und der intensiven Gefühle. Novalis verwendet dabei eine einfache, aber eindringliche Sprache, um die tiefe Verbundenheit des lyrischen Ichs mit Maria auszudrücken. Die Wiederholung des Wortes "tausend" in der ersten Zeile unterstreicht die Vielzahl der Bilder, die das lyrische Ich von Maria in seinem Kopf hat, während die Aussage, dass keines davon sie wirklich beschreiben kann, ihre Einzigartigkeit und Unbeschreibbarkeit betont. Die zweite Strophe des Gedichts verdeutlicht den tiefgreifenden Einfluss, den Maria auf das lyrische Ich hat. Die Welt erscheint ihm seitdem er sie erblickt hat, wie ein Traum, was darauf hindeutet, dass die Realität an Bedeutung verloren hat. Stattdessen hat sich ein unbeschreibliches, süßes Gefühl in seiner Seele eingenistet, das ihm ewig erhalten bleibt. Diese Zeilen vermitteln eine Art von transzendenter Erfahrung, bei der die Liebe zu Maria das lyrische Ich in eine andere, höhere Sphäre versetzt hat.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Hyperbel
ein unnennbar süßer Himmel
Metapher
einem unnennbar süßer Himmel
Personifikation
mir ewig im Gemüte steht