Ich schlage schamlos in die Tasten...
unknownIch schlage schamlos in die Tasten. Die Ampel tönt. Es zwitschert das Bordell. Die schlanken Knaben bleich vom langen Fasten Erheben kühl sich vom kastalschen Quell.
Sie werfen ab die wolligen Gewänder, Die Hemden kurz, die Mütter einst genäht. Sie schweben engverschlungne Negerländer, In denen palmengleich die Liebe steht.
Es neigen sich mit ihren schmalen Mündern Die Huren in den unerfahrenen Schoß, Und sie empfangen von den blassen Kindern Lächelnd ihr gutes oder schlimmes Los.
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Interpretation
Das Gedicht "Ich schlage schamlos in die Tasten" von Klabund ist eine sinnliche und provokante Darstellung von sexueller Lust und Begierde. Der Autor verwendet eine Vielzahl von Bildern und Metaphern, um die Intensität der Erfahrung zu vermitteln. Das Gedicht beginnt mit dem Bild eines Schreibers, der "schamlos in die Tasten schlägt", was auf die rohe und ungezügelte Natur der beschriebenen Szenen hindeutet. Die "Ampel" und das "Bordell" symbolisieren die moderne Welt und ihre sexuelle Befreiung. Die "schlanken Knaben" und die "Huren" repräsentieren die beiden Geschlechter und ihre Rollen in der sexuellen Begegnung. Die "kastalschen Quell" und die "Negerländer" sind Metaphern für die Quelle der Lust und die exotische Natur der sexuellen Erfahrung. Das Gedicht endet mit dem Bild der "Huren", die sich "mit ihren schmalen Mündern" in den Schoß der "blassen Kinder" neigen und "lächelnd ihr gutes oder schlimmes Los empfangen". Dies deutet auf die Unausweichlichkeit und die Ambivalenz der sexuellen Erfahrung hin, die sowohl Freude als auch Schmerz bringen kann.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Metapher
- Lächelnd ihr gutes oder schlimmes Los.
- Personifikation
- Es zwitschert das Bordell.