Ich saß vergnüglich beim Wein
1865Ich saß vergnüglich bei dem Wein Und schenkte eben wieder ein. Auf einmal fuhr mir in die Zeh Ein sonderbar pikantes Weh.
Ich schob mein Glas sogleich beiseit Und hinkte in die Einsamkeit Und wusste, was ich nicht gewusst:
Der Schmerz ist Herr und Sklavin ist die Lust.
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Interpretation
Das Gedicht "Ich saß vergnüglich beim Wein" von Wilhelm Busch beschreibt eine plötzliche Unterbrechung der Lust durch Schmerz. Der Erzähler genießt in der ersten Strophe Wein, was eine angenehme und entspannte Atmosphäre schafft. Doch dann tritt plötzlich ein "pikantes Weh" in seine Zeh ein, was den Genuss abrupt beendet. In der zweiten Strophe verlässt der Erzähler den Ort des Geschehens und zieht sich in die Einsamkeit zurück. Hier kommt er zu einer Erkenntnis, die er vorher nicht hatte: "Der Schmerz ist Herr und Sklavin ist die Lust." Dies deutet darauf hin, dass der Schmerz die Kontrolle über die Lust hat und diese beherrschen kann. Die Botschaft des Gedichts ist, dass selbst in Momenten des Genusses und der Freude der Schmerz lauern kann, um die Kontrolle zu übernehmen. Es zeigt die Vergänglichkeit der Lust und die Macht des Schmerzes, die unser Leben beeinflussen kann. Wilhelm Busch vermittelt durch dieses Gedicht eine tiefgründige Einsicht in die menschliche Natur und die Wechselwirkung von Lust und Schmerz.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- sonderbar pikantes Weh
- Enjambement
- Ich saß vergnüglich bei dem Wein Und schenkte eben wieder ein.
- Kontrast
- Der Schmerz ist Herr und Sklavin ist die Lust
- Metapher
- Der Schmerz ist Herr und Sklavin ist die Lust
- Personifikation
- Der Schmerz ist Herr