Ich möchte Purpurstreifen spannen...

Rainer Maria Rilke

1903

Ich möchte Purpurstreifen spannen und möchte füllen bis zum Rand mit Balsamöl aus Onyxkannen die Blumenlampe, die entbrannt im Mittag flammen, und verbrennen bis wir uns mit dem Namen nennen, der Sterne ruft und Tage bricht; die Täler taun, die Winde fallen den Dingen in den Schoß und allen ist bang nach deinem Angesicht.

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Interpretation

Das Gedicht "Ich möchte Purpurstreifen spannen" von Rainer Maria Rilke ist eine sinnliche und mystische Hymne auf die Schönheit und Vergänglichkeit der Natur. Der Sprecher imaginiert, wie er Purpurstreifen spannt und Blumen mit Balsamöl füllt, um eine Art von Leuchtkraft zu erzeugen. Diese Leuchtkraft wird als "Blumenlampe" bezeichnet, die im Mittag "flammen" und bis zur Selbstverbrennung brennen soll. Dieses Bild der Selbstverbrennung deutet auf eine Art von Opferbereitschaft oder Hingabe hin, die der Sprecher bereit ist, für die Schönheit und Erhabenheit der Natur aufzubringen. Die zweite Strophe des Gedichts setzt die Themen der Vergänglichkeit und der Sehnsucht fort. Der Sprecher erwähnt einen Namen, der "Sterne ruft und Tage bricht", was auf eine Art von göttlicher oder kosmischer Kraft hindeutet. Diese Kraft bringt die Täler zum Tauen und die Winde zum Fallen, was auf eine Art von Erneuerung oder Verwandlung hindeutet. Die letzte Zeile des Gedichts, "ist bang nach deinem Angesicht", deutet auf eine Art von Sehnsucht oder Verlangen nach einer göttlichen oder transzendenten Präsenz hin, die in der Natur oder in der Schönheit selbst zu finden ist.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Bildlichkeit
ist bang nach deinem Angesicht
Hyperbel
und verbrennen bis wir uns mit dem Namen nennen
Metapher
Ich möchte Purpurstreifen spannen
Personifikation
den Dingen in den Schoß
Symbolik
der Sterne ruft und Tage bricht