Ich möchte Gott sein...

Erich Kurt Mühsam

1914

Ich möchte Gott sein und Gebete hören und meine Schutz versagen können und Menschenherzen zunichte brennen und Seelenopfer begehren. Und möchte Erde, Welt und All vernichten und Trümmerhaufen über Trümmer schichten. Dann müßte ein Neues entstehn - und das ließ ich wieder vergehn.

Anhören

Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Illustration zu Ich möchte Gott sein...

Interpretation

Das Gedicht "Ich möchte Gott sein..." von Erich Kurt Mühsam beschreibt den Wunsch, über Leben und Tod zu herrschen und die Macht zu haben, Menschen und Seelen zu zerstören. Der Sprecher möchte Gebete hören und Schutz versagen können, um Menschenherzen zu vernichten und Seelenopfer zu fordern. Er träumt davon, die Erde, die Welt und das Universum zu vernichten und Trümmerhaufen über Trümmer zu schichten. Doch selbst in dieser Zerstörungswut gibt es einen Funken Hoffnung, denn der Sprecher glaubt, dass aus der Asche ein Neues entstehen muss. Doch selbst dieses Neue würde er wieder vergehen lassen, was auf eine tiefe Verzweiflung und Resignation hindeutet.

Schlüsselwörter

möchte gott gebete hören schutz versagen können menschenherzen

Wortwolke

Wortwolke zu Ich möchte Gott sein...

Stilmittel

Anapher
Ich möchte Gott sein und Gebete hören und meine Schutz versagen können und Menschenherzen zunichte brennen und Seelenopfer begehren.
Hyperbel
Und möchte Erde, Welt und All vernichten
Kontrast
Dann müßte ein Neues entstehn - und das ließ ich wieder vergehn
Parallelismus
Trümmerhaufen über Trümmer schichten