Ich lebe mein Leben...
1899Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen, die sich über die Dinge ziehen. Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen, aber versuchen will ich ihn.
Ich kreise um Gott, um den uralten Turm, und ich kreise jahrtausendelang; und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm oder ein großer Gesang.
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Interpretation
Das Gedicht "Ich lebe mein Leben..." von Rainer Maria Rilke beschreibt das Leben als eine kontinuierliche Reise, die in immer größer werdenden Kreisen verläuft. Der Sprecher sieht sein Leben als eine Reihe von Ringen, die sich über die Dinge ziehen, und erkennt, dass er den letzten Ring möglicherweise nicht vollenden wird. Dennoch ist er entschlossen, ihn zu versuchen. Das Gedicht verwendet die Metapher des Kreisens um Gott und den uralten Turm, um die ewige Suche nach spiritueller Erleuchtung und die Sehnsucht nach dem Göttlichen auszudrücken. Der Sprecher kreist seit Jahrtausenden um diese Ziele, ohne zu wissen, ob er ein Falke, ein Sturm oder ein großer Gesang ist. Diese Metaphern stehen für verschiedene Aspekte des Selbst und der Persönlichkeit, die in der Suche nach der eigenen Identität und dem Sinn des Lebens eine Rolle spielen. Das Gedicht vermittelt eine tiefgründige Reflexion über die menschliche Existenz und die unendliche Suche nach dem eigenen Platz im Universum. Es zeigt die Unsicherheit und das Ungewisse, das mit dem Lebensweg einhergeht, und die fortwährende Suche nach Erkenntnis und Erfüllung. Das Gedicht lädt den Leser ein, über die eigene Lebensreise nachzudenken und die Schönheit und das Geheimnis des Unbekannten zu erkennen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen, aber versuchen will ich ihn.
- Metapher
- bin ich ein Falke, ein Sturm oder ein großer Gesang