Ich küsse die Luft
1925Ich küsse die Luft, Ich umarme die Wärme der Nächte. Mir ist, es müsse von meinem Harme, meinem Sehnen Aus der Leere dein Auge aufsprießen, Zu mir fließen dein blauender Blick. Sonne brütet, Sommergras glüht, Vom roten Mohn sprüht brünstiger Schein. Ich strecke die Arme, Erbarme dich, Licht, Mich küssen hungrige Nächte.
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Interpretation
Das Gedicht "Ich küsse die Luft" von Max Dauthendey handelt von einer tiefen Sehnsucht und dem Verlangen nach einer geliebten Person, die nicht physisch anwesend ist. Der Sprecher küsst die Luft und umarmt die Wärme der Nächte, als ob er versucht, die Abwesenheit der Geliebten zu kompensieren. Er imaginiert, dass aus seiner Sehnsucht und seinem Schmerz das Auge der Geliebten in der Leere aufsprießen könnte, um ihn mit ihrem blauen Blick zu berühren. Die Natur wird als Spiegel seiner Gefühle dargestellt, mit brütender Sonne, glühendem Sommergras und brünstigem Glanz des roten Mohns. Die zweite Strophe zeigt die Verzweiflung des Sprechers, der seine Arme ausstreckt und um Erbarmen bittet. Das Licht, das möglicherweise die Anwesenheit der Geliebten symbolisiert, wird als etwas Angestrebtes dargestellt. Die "hungrigen Nächte" am Ende des Gedichts verdeutlichen die Intensität des Verlangens und die Leere, die durch die Abwesenheit der Geliebten entsteht. Das Gedicht vermittelt ein starkes Gefühl von Einsamkeit und unerfüllter Liebe, wobei die Natur als Ausdruck der inneren Gefühle des Sprechers dient. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine tiefe emotionale Intensität und die Kraft der Sehnsucht, die den Sprecher zu imaginären Handlungen und intensiven Gefühlen treibt. Die Verwendung von Naturbildern und die Personifizierung von Elementen wie der Luft und der Wärme der Nächte verstärken die emotionale Wirkung des Gedichts und lassen den Leser die Intensität der unerfüllten Liebe nachempfinden.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Apostrophe
- Erbarme dich, Licht
- Bildlichkeit
- Vom roten Mohn sprüht brünstiger Schein
- Hyperbel
- Ich küsse die Luft
- Kontrast
- hungrige Nächte
- Metapher
- Ich umarme die Wärme der Nächte
- Personifikation
- Sonne brütet, Sommergras glüht
- Symbolik
- Licht