Ich hoff, du läßt mich nicht allein...
1377Ich hoff, du läßt mich nicht allein, seit du nun bist mein höchster Gral, der alles Leid verdecket. Dein steter Diener ewiglich so will ich sein, du minniglich, kürlich für aller Frauen Zahl mit reichem Schatz bestecket.
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Interpretation
Das Gedicht "Ich hoff, du läßt mich nicht allein..." von Oswald von Wolkenstein handelt von einem leidenschaftlichen Liebesgeständnis an eine Frau, die als "höchster Gral" verehrt wird. Der Sprecher drückt die Hoffnung aus, nicht allein gelassen zu werden, und betont die tiefe emotionale Verbindung, die er zu ihr empfindet. Die Frau wird als Quelle des Trostes und der Linderung aller Leiden dargestellt, was ihre Bedeutung für den Sprecher unterstreicht. In den folgenden Zeilen verspricht der Sprecher, ihr ewiger Diener zu sein, was eine tiefe Hingabe und Unterwürfigkeit ausdrückt. Die Verwendung des Wortes "minniglich" deutet auf eine zärtliche und liebevolle Beziehung hin. Der Sprecher ist bereit, sich von der Zahl aller Frauen abzuwenden und stattdessen eine reiche, erfüllende Beziehung mit ihr einzugehen. Dies zeigt die Exklusivität und Tiefe seiner Gefühle. Das Gedicht endet mit dem Versprechen, mit einem "reichen Schatz bestecket" zu sein, was metaphorisch für die Fülle an Liebe und Glück stehen könnte, die er in ihrer Gegenwart findet. Die Sprache ist von mittelhochdeutscher Lyrik geprägt und verwendet Bilder, die typisch für die Minne sind, wie die Vergöttlichung der Geliebten und die Selbstdemütigung des Liebenden. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine tiefe, hingebungsvolle Liebe, die von der Hoffnung auf Gegenseitigkeit und Beständigkeit getragen wird.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildsprache
- alles Leid verdecket
- Hyperbel
- für aller Frauen Zahl
- Metapher
- höchster Gral
- Symbolik
- reicher Schatz bestecket