Ich hab' es allen Büschen gesagt
1788Ich hab es allen Büschen gesagt, Und hab es allen Bäumen geklagt, Und jeder grünenden Pflanze, Und jeder Blum im Glanze.
Und wieder von neuem klag ich es, Und immer von neuem sag ich es, Und immer haben indessen Sie wieder mein Leid vergessen.
Vergessen bist du in diesem Raum Von Blum und Pflanze, Busch und Baum, Nur nicht von diesem Herzen, Kind meiner Wonnen und Schmerzen.
Anhören
Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Interpretation
Das Gedicht "Ich hab' es allen Büschen gesagt" von Friedrich Rückert handelt von der unerwiderten Liebe und dem Schmerz des lyrischen Ichs. Das lyrische Ich versucht, seinen Kummer und seine Sehnsucht der Natur mitzuteilen, indem es den Büschen, Bäumen, Pflanzen und Blumen von seiner verlorenen Liebe erzählt. Doch die Natur kann den Schmerz des lyrischen Ichs nicht verstehen oder nachempfinden, und so vergisst sie immer wieder, was ihr erzählt wurde. Das lyrische Ich fühlt sich in seiner Trauer allein gelassen und unverstanden. Es versucht, seinen Schmerz immer wieder aufs Neue auszudrücken, in der Hoffnung, dass ihn jemand versteht und tröstet. Doch die Natur bleibt stumm und gleichgültig, und das lyrische Ich bleibt in seinem Kummer gefangen. Am Ende des Gedichts erkennt das lyrische Ich, dass nur sein eigenes Herz die Erinnerung an die verlorene Liebe bewahren kann. Es ist der einzige Ort, an dem die Liebe und der Schmerz noch lebendig sind und nicht vergessen werden können. Das Herz wird zum Symbol für die unsterbliche Liebe und den unauslöschlichen Schmerz, den das lyrische Ich empfindet.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Ich hab es allen Büschen gesagt
- Anapher
- Und hab es allen Bäumen geklagt, Und jeder grünenden Pflanze, Und jeder Blum im Glanze.
- Kontrast
- Vergessen bist du in diesem Raum Von Blum und Pflanze, Busch und Baum, Nur nicht von diesem Herzen
- Personifikation
- Ich hab es allen Büschen gesagt, Und hab es allen Bäumen geklagt