Ich hab ein Auge...

Paul Scheerbart

1863

Ich hab ein Auge, das ist blau Mir gestern Abend geschlagen.

Ich schrie fünfhundertmal »Au! Au!« Was wollt ich damit sagen?

Ich weiß es heute selber nicht; Ich hab ein Heldenangesicht.

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Interpretation

Das Gedicht "Ich hab ein Auge..." von Paul Scheerbart erzählt von einer blauen Augenverletzung, die der Sprecher sich am Abend zuvor zugezogen hat. Durch die Wiederholung des Ausrufs "Au! Au!" wird die Intensität des Schmerzes und die Anzahl der Ausrufe verdeutlicht. Der Sprecher scheint sich jedoch nicht mehr genau an den Grund für seine Schreie zu erinnern, was auf eine mögliche Betäubung oder Verwirrung hindeutet. Die dritte Strophe bringt eine überraschende Wendung, indem der Sprecher behauptet, heute ein "Heldenangesicht" zu haben. Dies könnte als ironische Selbstüberschätzung oder als Versuch interpretiert werden, die Augenverletzung als Ausweis von Tapferkeit oder Stärke darzustellen. Es ist möglich, dass der Sprecher versucht, die Situation zu überspielen oder sich selbst zu motivieren. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine humorvolle und selbstironische Stimmung. Es spielt mit der Idee von Selbstüberschätzung und der menschlichen Tendenz, Missgeschicke oder Verletzungen zu verharmlosen oder zu glorifizieren. Die kurzen, prägnanten Strophen und der einfache Reimschema tragen zur Leichtigkeit und Spontanität des Gedichts bei.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Anapher
Ich hab ein Auge
Enjambement
Mir gestern Abend geschlagen
Frage
Was wollt ich damit sagen?
Ironie
Ich hab ein Heldenangesicht
Metapher
Heldenangesicht
Reimschema
AABB
Wiederholung
Au! Au!