Ich grolle nicht...

Heinrich Heine

1797

Ich grolle nicht, und wenn das Herz auch bricht, Ewig verlornes Lieb! Ich grolle nicht. Wie du auch strahlst in Diamantenpracht, Es fällt kein Strahl in deines Herzens Nacht.

Das weiß ich längst. Ich sah dich ja im Traum, Und sah die Nacht in deines Herzens Raum, Und sah die Schlange, die dir am Herzen frisst, Ich sah, mein Lieb, wie sehr du elend bist.

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Interpretation

Das Gedicht "Ich grolle nicht" von Heinrich Heine ist ein Ausdruck tiefen Schmerzes und Verlustes. Der Sprecher betont, dass er nicht nachtragend ist, obwohl sein Herz gebrochen ist, und zeigt damit eine gewisse Größe und Selbstbeherrschung. Das "ewig verlorne Lieb" deutet auf eine unumkehrbare Trennung hin, die den Sprecher tief getroffen hat. In den folgenden Versen wird das Bild der Diamantenpracht verwendet, um die äußere Schönheit und den Glanz der Geliebten zu beschreiben. Doch dieser Glanz dringt nicht in die Dunkelheit ihres Herzens, was auf eine innere Leere oder Kälte hindeutet. Der Sprecher weiß um diese innere Finsternis, die er im Traum gesehen hat, und erkennt die tiefe Unzufriedenheit und das Leiden seiner Geliebten. Der Traum offenbart eine schmerzhafte Wahrheit: Die Schlange, die am Herzen der Geliebten frisst, symbolisiert eine zerstörerische Kraft oder ein inneres Übel, das ihr Leid zufügt. Der Sprecher hat diese Vision und weiß um das Elend seiner Geliebten, was auf eine tiefe emotionale Verbindung und Empathie hinweist, trotz des erlittenen Schmerzes. Das Gedicht endet mit einem resignierten, aber empathischen Blick auf das Unglück der Geliebten.

Schlüsselwörter

sah grolle lieb herzens nacht herz bricht ewig

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Stilmittel

Bildlichkeit
Ich sah, mein Lieb, wie sehr du elend bist
Kontrast
Wie du auch strahlst in Diamantenpracht, / Es fällt kein Strahl in deines Herzens Nacht
Metapher
Schlange, die dir am Herzen frisst
Wiederholung
Ich grolle nicht