Ich geh auf staub′ger Straße

Auguste Kurs

1815

Ich geh auf staub′ger Straße Gelockt von Waldesgrün, Da seh′ ich durch die Zweige Die Abendsonne glühn.

Es öffnet sich zur Seite Im duft′gen Wald ein Pfad, So grün, als ob ihn nimmer Des Menschen Fuß betrat.

Da flüstern grüne Halme Im Windeshauche lind, Da winken blaue Glocken, Die blühn, wo Schätze sind.

Wie hat der stille Anblick So seltsam mich gerührt - Ob das der Pfad wohl wäre, Der hin zum Glücke führt? -

Da kommt desselben Weges Ein müder Wandrer her - Im Auge glüht die Sehnsucht, Der Gang ist matt und schwer.

Sein Blick strebt in die Ferne Er schauet nicht zurück - So suchen wir denn Beide Vergebens wohl das Glück.

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Illustration zu Ich geh auf staub′ger Straße

Interpretation

Das Gedicht "Ich geh auf staubiger Straße" von Auguste Kurs beschreibt die Sehnsucht nach Glück und die Suche nach dem richtigen Weg im Leben. Die Sprecherin verlässt die staubige Straße und wird von der grünen Waldlandschaft angezogen. Sie entdeckt einen versteckten Pfad, der einladend und unberührt von menschlichen Fußspuren zu sein scheint. Die Natur wird hier als ein Ort der Ruhe und Schönheit dargestellt, der die Sehnsucht nach Glück weckt. Die Sprecherin wird von dem Anblick des Pfades tief berührt und fragt sich, ob dies der Weg zum Glück sein könnte. Die Natur wird mit ihren grünen Halmen, die im Wind flüstern, und den blauen Glockenblumen, die an einem Ort des Schatzes blühen, als ein Ort der Verheißung und des Reichtums dargestellt. Die Sprecherin ist fasziniert von der Schönheit und dem Geheimnis dieses Pfades und hofft, dass er zum Glück führen könnte. Jedoch trifft die Sprecherin auf dem Pfad einen müden Wanderer, der ebenfalls auf der Suche nach Glück ist. Sein Blick ist in die Ferne gerichtet, und er schaut nicht zurück. Die Sprecherin erkennt, dass sie beide vergeblich nach dem Glück suchen. Das Gedicht endet mit der Erkenntnis, dass das Glück vielleicht nicht auf einem bestimmten Pfad zu finden ist, sondern dass die Suche selbst ein Teil des Lebens ist.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Metapher
Glück
Personifikation
grüne Halme Im Windeshauche lind
Rhetorische Frage
Ob das der Pfad wohl wäre, Der hin zum Glücke führt?
Vergleich
So grün, als ob ihn nimmer Des Menschen Fuß betrat