Ich danke Gott

Matthias Claudius

1740
  1. Ich danke Gott und freue mich Wie′s Kind zur Weihnachtsgabe, Daß ich hier bin! Und daß ich dich Schön menschlich Antlitz habe.

  2. Daß ich die Sonne, Berg und Meer, Und Laub und Gras kann sehen Und abends unterm Sternenheer Und lieben Monde gehen.

  3. Gott gebe mir nur jeden Tag. So viel ich darf zum Leben, Er gibt′s dem Sperling auf dem Dach; Wie sollt′ er′s mir nicht geben!

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Interpretation

Das Gedicht "Ich danke Gott" von Matthias Claudius ist eine Dankesrede an das Leben und die Natur. Der Sprecher drückt seine Freude und Dankbarkeit für das Dasein und die Schönheit der Welt aus. Er vergleicht seine Dankbarkeit mit der eines Kindes, das eine Weihnachtsgabe erhält, und betont die Freude über sein menschliches Antlitz. In den folgenden Strophen erweitert der Sprecher seinen Dank auf die natürliche Welt um ihn herum. Er freut sich darüber, die Sonne, Berge, Meere, Blätter und Gras sehen zu können. Die Abendspaziergänge unter dem Sternenhimmel und dem Mond sind ebenfalls Quellen der Freude. Der Sprecher scheint eine tiefe Verbundenheit mit der Natur zu empfinden und sie als Geschenk Gottes zu betrachten. Die letzte Strophe bringt eine Bitte um ausreichende Mittel zum Leben zum Ausdruck. Der Sprecher vertraut darauf, dass Gott ihm jeden Tag das gibt, was er zum Leben braucht, so wie er es auch dem Spatz auf dem Dach gibt. Diese Strophe unterstreicht die tiefe Glaubensüberzeugung des Sprechers und seine Zufriedenheit mit dem, was er hat. Das Gedicht endet mit einer positiven und dankbaren Haltung gegenüber dem Leben und der göttlichen Fürsorge.

Schlüsselwörter

gott danke freue kind weihnachtsgabe schön menschlich antlitz

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Stilmittel

Anapher
Daß ich die Sonne, Berg und Meer, / Und Laub und Gras kann sehen
Bildlichkeit
Und abends unterm Sternenheer / Und lieben Monde gehen
Hyperbel
Daß ich die Sonne, Berg und Meer, / Und Laub und Gras kann sehen
Metapher
Ich danke Gott und freue mich / Wie's Kind zur Weihnachtsgabe
Parallelismus
Daß ich hier bin! Und daß ich dich / Schön menschlich Antlitz habe
Personifikation
Und abends unterm Sternenheer / Und lieben Monde gehen
Symbolik
Er gibt's dem Sperling auf dem Dach
Vergleich
Ich danke Gott und freue mich / Wie's Kind zur Weihnachtsgabe