Ich brauche Menschen

Lisa Baumfeld

unknown

Ich brauche Menschen! Ja - in hellen Zimmern, Erfüllt von Düften, Lächeln, Fächeln, Flimmern, Wo schlank geformt - leichtwiegende Gedanken Von Mund zu Mund sich lachend, blühend ranken!

Ich brauche Menschen … seid′ner Schleifen Rauschen Und Blicke, die sich sorglos spielend tauschen, Und Worte, die ob tausend Kelchen schweifen Und manchmal scheue, süße Beeren streifen - Und Töne, die wie flücht′ge Küsse drängen Und sich an lauschend bange Ohren hängen Und bunte Wolken in die Blicke stäuben Und blenden, schmeicheln, lügen und betäuben Und all das Leere, Schwere überhallen …

- - Stöhnst du, mein Herz, daß wir so tief gefallen?

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Illustration zu Ich brauche Menschen

Interpretation

Das Gedicht "Ich brauche Menschen" von Lisa Baumfeld handelt von dem menschlichen Bedürfnis nach sozialer Interaktion und dem Wunsch nach einem Leben voller Freude, Leichtigkeit und Schönheit. Die Autorin beschreibt ein ideales soziales Umfeld, in dem Menschen in hellen Räumen zusammenkommen, die von Düften, Lächeln und lebendigen Gesprächen erfüllt sind. Die Atmosphäre ist geprägt von Eleganz und Leichtigkeit, wo Gedanken von Mund zu Mund geteilt werden und ein Gefühl der Verbundenheit entsteht. In den zweiten Versen erweitert Baumfeld ihre Vorstellung von sozialen Begegnungen. Sie sehnt sich nach dem sanften Rauschen von seidnen Schleifen, dem sorglosen Austausch von Blicken und dem freien Fließen von Worten, die sich wie süße Beeren anfühlen. Die Töne, die wie flüchtige Küsse klingen, dringen in die Ohren und hinterlassen bunte Wolken in den Blicken der Menschen. Diese Beschreibungen vermitteln ein Gefühl von sinnlicher Überwältigung und betäubender Schönheit, die das Leere und Schwere des Lebens überdecken. Das Gedicht endet mit einer Frage, die an das Herz der Autorin gerichtet ist: "Stöhnst du, mein Herz, daß wir so tief gefallen?" Diese Zeile lässt vermuten, dass trotz der Sehnsucht nach sozialer Interaktion und dem Streben nach einem Leben voller Freude und Schönheit, ein Gefühl der Enttäuschung oder des Verlustes besteht. Es könnte darauf hindeuten, dass die Autorin erkennt, dass die Suche nach äußerer Bestätigung und sinnlicher Erfüllung zu einem Verlust der Authentizität oder zu einer Abhängigkeit von äußeren Reizen geführt hat.

Schlüsselwörter

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Wortwolke

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Stilmittel

Alliteration
seid′ner Schleifen Rauschen
Bildsprache
Und Worte, die ob tausend Kelchen schweifen
Metapher
Und all das Leere, Schwere überhallen
Personifikation
Und sich an lauschend bange Ohren hängen
Rhetorische Frage
- - Stöhnst du, mein Herz, daß wir so tief gefallen?