Hypnose
1948Mein Leib schmerzt, irgendwo in einem fremden Land, Ich fühle meinen Körper längst nicht mehr, Die Füße sind wie Blei so schwer, Die Brust ist hohl und ausgebrannt. Mir tut nichts weh und bin doch voller Schmerzen, Ich seh in deine Augen wie gebannt. Ich fall in Schlaf, es flammen Kerzen, Sie leuchten mir ins unbekannte Land.
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Interpretation
Das Gedicht "Hypnose" von Emmy Hennings beschreibt einen Zustand tiefster Entfremdung vom eigenen Körper und der Realität. Die Sprecherin fühlt sich körperlich schwer und leer, als ob ihr Leib weit entfernt in einem fremden Land wäre. Dieser Zustand der Entkopplung wird durch die Metapher der Hypnose verstärkt, die die Sprecherin in einen tranceartigen Schlaf versetzt, in dem sie von Kerzenlicht in ein unbekanntes Land geführt wird. Die zweite Strophe verdeutlicht die paradoxe Natur dieses Zustands. Obwohl die Sprecherin körperlich nichts spürt, ist sie gleichzeitig von Schmerzen erfüllt. Dieser innere Konflikt wird durch den Blick in die Augen des Gegenübers noch verstärkt, der die Sprecherin in seinen Bann zieht und sie in den hypnotischen Zustand versetzt. Die Kerzen, die in diesem Zustand aufflammen, symbolisieren sowohl die Führung als auch die Gefahr, die mit dieser Reise in das Unbekannte einhergehen. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine Atmosphäre der Verletzlichkeit und des Kontrollverlusts. Die Sprecherin ist der Macht des Gegenübers ausgeliefert, das sie in einen tranceartigen Zustand versetzt und in eine ungewisse Zukunft führt. Die Verwendung von Bildern wie dem schweren Körper, der leeren Brust und dem Kerzenlicht schafft eine surreale und beunruhigende Stimmung, die den Leser in die Welt der Hypnose und der Entfremdung entführt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildsprache
- Ich fall in Schlaf, es flammen Kerzen
- Kontrast
- Mir tut nichts weh und bin doch voller Schmerzen
- Metapher
- Die Füße sind wie Blei so schwer
- Personifikation
- Die Brust ist hohl und ausgebrannt
- Vergleich
- Die Füße sind wie Blei so schwer