Hyazinthe
1835Zwiesprache möcht ich mit dir pflegen, Du liebes frommes Wunderkind, Von deines Atems mildem Segen Fühl ich den Hauch so lieb und lind.
Doch ob der schöne Mund auch offen, Schließt doch die Lippe sich nicht zu; Ich kann auf keine Antwort hoffen, Ich müßt ein Kind sein so wie du.
Aber warum die Blumen sind? Nicht allein um die Menschen zu ergötzen, wie sie dünkelhaft meinen. Um ihrer selbst nur und ihrer hohen Aufgabe willen sind, prunken und duften sie.
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Interpretation
Das Gedicht "Hyazinthe" von Christian Wagner ist eine lyrische Reflexion über die Beziehung zwischen Mensch und Natur, insbesondere der Blume. Der Sprecher sehnt sich danach, mit der Hyazinthe in einen Dialog zu treten, um ihre Schönheit und ihren Duft zu genießen. Er fühlt sich von der Blume angezogen und möchte von ihr lernen, doch er erkennt, dass er keine Antwort von ihr erwarten kann, da er kein Kind mehr ist. Die zweite Strophe verdeutlicht die Unmöglichkeit einer Kommunikation zwischen Mensch und Blume. Der Sprecher bemerkt, dass der Mund der Hyazinthe zwar offen ist, aber die Lippen sich nicht schließen, was bedeutet, dass die Blume keine Worte spricht. Er muss selbst ein Kind sein, um mit der Blume sprechen zu können, was darauf hindeutet, dass Kinder eine engere Verbindung zur Natur haben als Erwachsene. In der dritten Strophe gibt der Sprecher eine Antwort auf die Frage, warum die Blumen existieren. Er argumentiert, dass die Blumen nicht nur dazu da sind, die Menschen zu erfreuen, wie diese arrogant glauben. Vielmehr existieren sie um ihrer selbst willen und für ihre hohe Aufgabe, die darin besteht, zu blühen, zu prunken und zu duften. Die Blumen sind ein Symbol für die Schönheit und den Sinn des Lebens, unabhängig von menschlichen Bedürfnissen oder Wünschen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Hyperbel
- Ich müßt ein Kind sein so wie du
- Metapher
- Deines Atems mildem Segen
- Personifikation
- Du liebes frommes Wunderkind
- Rhetorische Frage
- Aber warum die Blumen sind?