Hoimwaih
1879I bi’ suscht gean alloi' Und aber nu dahoi’, Dohinna in deam fremda Land, Do tuat mer’s no der Hoimet ahnd, Denn’s ischt au gar so weit Und i kenn koine Leut.
Dahoi’, do isch halt schö; Wenn i im Seassel bi’, Und Weib und Kind so um mi sand, Em Vatter d’ Hosa flicka tand, Und i, so oft i ma’, “He, Muater” schreia ka'.
Zwor hätt i hia koi’ Naut, Hau’ d’ Pflicht und’s tägli Braut, Und’s Vogelsang heancht au’sagfähr, Aß höb i z’Attahöfa wär, Nu’s Kefat ischt mer z’frend, Und’s will mer it in Send.
Drum denk i hoi’ und hoi’, Und dopplat, weil i moi’, As wear do hia nu Fearbas gmacht, Denn d’ Dökter haud so gspässig glacht - Dr Teixel trau de Leut, Wo’s sovel Schräapfer geit.
Jeatz haun i’s so im Si’ - Wenn i gauh wieder bi' Dahoi im Seassel in meim Hous, Noch bringat mi viar Roß it rous; Belib allaweil dahoi' Und b’halt mei Kogastoi!
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Interpretation
Das Gedicht "Hoimwaih" von Michel Buck handelt von der Sehnsucht und Heimweh eines Menschen, der weit von seiner Heimat entfernt ist. Der Sprecher beschreibt, wie er sich einsam und fremd fühlt in einem neuen Land, wo er niemanden kennt. Er vermisst die vertraute Umgebung, die Familie und die einfachen Freuden des Lebens. In der zweiten Strophe kehrt der Sprecher kurzzeitig in seine Heimat zurück und erlebt die Schönheit des Sommers. Er genießt die Zeit mit seiner Frau und seinen Kindern, hört das Vogelgezwitscher und fühlt sich geborgen. Doch dann muss er wieder in die Ferne aufbrechen, zurück in die Fremde. In der dritten Strophe reflektiert der Sprecher über die Pflichten und den Alltag, die ihn in der Fremde erwarten. Obwohl er die Heimat vermisst, hat er sich an das Leben in der Fremde gewöhnt und fühlt sich dort wohl. Er denkt oft an seine Heimat und wünscht sich, dass alles so geblieben wäre wie früher. Doch er akzeptiert, dass sich das Leben verändert hat und dass er in der Fremde bleiben muss. Insgesamt vermittelt das Gedicht ein Gefühl von Sehnsucht, Heimweh und Anpassung an eine neue Umgebung. Der Sprecher sehnt sich nach der Geborgenheit und Vertrautheit seiner Heimat, findet aber auch in der Fremde seinen Platz und sein Glück.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Und i, so oft i ma', 'He, Muater' schreia ka'
- Anapher
- Und aber nu dahoi', Dohinna in deam fremda Land
- Bildsprache
- Wenn i im Seassel bi', Und Weib und Kind so um mi sand
- Hyperbel
- Denn's ischt au gar so weit
- Kontrast
- Zwor hätt i hia koi' Naut, Hau' d' Pflicht und's tägli Braut
- Metapher
- Und aber nu dahoi', Dohinna in deam fremda Land, Do tuat mer's no der Hoimet ahnd
- Personifikation
- Und's Vogelsang heancht au'sagfähr
- Rhetorische Frage
- Denn d' Dökter haud so gspässig glacht
- Symbolik
- Und's Kefat ischt mer z'frend, Und's will mer it in Send
- Wiederholung
- Drum denk i hoi' und hoi', Und dopplat, weil i moi'