Hoffnung
1797Es reden und träumen die Menschen viel Von bessern künftigen Tagen, Nach einem glücklichen goldenen Ziel Sieht man sie rennen und jagen. Die Welt wird alt und wird wieder jung, Doch der Mensch hofft immer Verbesserung.
Die Hoffnung führt ihn ins Leben ein, Sie umflattert den fröhlichen Knaben, Den Jüngling locket ihr Zauberschein, Sie wird mit dem Greis nicht begraben, Denn beschließt er im Grabe den müden Lauf, Noch am Grabe pflanzt er - die Hoffnung auf.
Es ist kein leerer schmeichelnder Wahn, Erzeugt im Gehirne des Toren, Im Herzen kündet es laut sich an: Zu was Besserm sind wir geboren! Und was die innere Stimme spricht, Das täuscht die hoffende Seele nicht.
Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Interpretation
Das Gedicht "Hoffnung" von Friedrich von Schiller thematisiert die unerschütterliche und zeitlose Natur der Hoffnung im menschlichen Leben. Es beginnt mit der Beschreibung, wie Menschen ständig von besseren zukünftigen Tagen träumen und nach einem glücklichen Ziel streben. Trotz der zyklischen Natur der Welt, die altern und wieder jung werden kann, bleibt die Hoffnung auf Verbesserung ein konstantes Element im menschlichen Dasein. Schiller veranschaulicht, wie die Hoffnung den Menschen durch alle Lebensphasen begleitet. Sie führt den Neugeborenen ins Leben, umflattert den fröhlichen Knaben und lockt den Jüngling mit ihrem Zauberschein. Selbst im Alter und im Angesicht des Todes bleibt die Hoffnung bestehen, wie der Greis, der noch am Grabe die Hoffnung auf das Leben pflanzt. Diese Darstellung unterstreicht die Idee, dass die Hoffnung ein integraler Bestandteil des menschlichen Lebens ist, der nicht einmal durch den Tod ausgelöscht werden kann. Abschließend betont Schiller, dass die Hoffnung kein leerer Wahn oder ein Produkt des Narren ist, sondern eine tief im Herzen verwurzelte Überzeugung. Die innere Stimme, die zu Besserem ruft, täuscht die hoffende Seele nicht. Diese Botschaft vermittelt die Überzeugung, dass die Hoffnung eine authentische und wesentliche Kraft ist, die den Menschen antreibt, stets nach Verbesserung und einem besseren Leben zu streben.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Es reden und träumen die Menschen viel / Von bessern künftigen Tagen
- Hyperbel
- Die Welt wird alt und wird wieder jung
- Metapher
- Es ist kein leerer schmeichelnder Wahn, Erzeugt im Gehirne des Toren
- Personifikation
- Die Hoffnung führt ihn ins Leben ein, Sie umflattert den fröhlichen Knaben
- Symbolik
- goldenen Ziel