Hofers Tod
1803Zu Mantua in Banden Der treue Hofer war. In Mantua zum Tode Führt ihn der Feinde Schar;
Es blutete der Brüder Herz, Ganz Deutschland, ach, in Schmach und Schmerz! Mit ihm das Land Tyrol. Die Hände auf dem Rücken, Andreas Hofer ging
Mit ruhig festen Schritten, Ihm schien der Tod gering; Der Tod, den er so manchesmal Vom Iselberg geschickt ins Thal Im heil′gen Land Tyrol.
Doch als aus Kerkergittern Im festen Mantua Die treuen Waffenbrüder Die Händ′ er strecken sah, Da rief er aus: »Gott sei mit euch,
Mit dem verrathnen deutschen Reich, Und mit dem Land Tyrol!« Dem Tambour will der Wirbel Nicht unter′m Schlägel vor, Als nun Andreas Hofer
Schritt durch das finst′re Thor; – Andreas noch in Banden frei, Dort stand er fest auf der Bastei, Der Mann vom Land Tyrol. Dort soll er niederknien.
Er sprach: »Das thu ich nit! Will sterben, wie ich stehe, Will sterben, wie ich stritt! So wie ich steh auf dieser Schanz′; Es leb′ mein guter Kaiser Franz,
Mit ihm sein Land Tirol!« Und von der Hand die Binde Nimmt ihm der Korporal; Andreas Hofer betet Allhier zum letzten Mal.
Dann ruft er: »Nun, so trefft mich recht! Gebt Feuer! ach, wie schießt ihr schlecht! Ade, mein Land Tyrol!«
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Interpretation
Das Gedicht "Hofer Tod" von Julius Mosen schildert die letzten Stunden des Tiroler Freiheitskämpfers Andreas Hofer, der nach seiner Gefangennahme durch die Franzosen in Mantua hingerichtet wird. Das Gedicht beginnt mit der Beschreibung von Hofers Gefangenschaft und der Trauer, die sein Schicksal in ganz Deutschland und besonders in Tirol auslöst. Mosen betont Hofers Mut und Standhaftigkeit, indem er ihn als einen Mann darstellt, der den Tod als unbedeutend ansieht, nachdem er ihn so oft auf dem Schlachtfeld besiegt hat. In der Mitte des Gedichts wird Hofers letzter Gang zur Hinrichtungsstätte beschrieben. Als er seine treuen Waffenbrüder sieht, ruft er einen Segen über sie und das deutsche Reich aus. Mosen stellt Hofer als einen freien Mann dar, der selbst in Ketten seine Würde bewahrt. Auf der Bastei weigert er sich zu knien und behauptet, dass er so sterben will, wie er gekämpft hat. Sein letzter Wunsch gilt seinem Kaiser Franz und Tirol. Das Gedicht endet mit Hofers Hinrichtung. Er betet zum letzten Mal, bevor er die Schützen auffordert, ihn zu töten. Sein letzter Ausruf "Ade, mein Land Tyrol!" unterstreicht seine tiefe Verbundenheit mit seiner Heimat und seinem Volk. Das Gedicht ist ein patriotisches Werk, das Hofer als einen Helden und Märtyrer feiert, der für die Freiheit Tirols und Deutschlands sein Leben geopfert hat.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Andreas Hofer betet Allhier zum letzten Mal
- Anapher
- Mit dem verrathnen deutschen Reich, Und mit dem Land Tyrol!«
- Apostrophe
- Ade, mein Land Tyrol!
- Hyperbel
- Der Tod, den er so manchesmal Vom Iselberg geschickt ins Thal Im heil'gen Land Tyrol
- Metapher
- Das Blutete der Brüder Herz
- Personifikation
- Dem Tambour will der Wirbel Nicht unter'm Schlägel vor