Hörst du wie die Brunnen rauschen
1811Hörst du wie die Brunnen rauschen, Hörst du wie die Grille zirpt? Stille, stille, laß uns lauschen, Selig, wer in Träumen stirbt. Selig, wen die Wolken wiegen, Wem der Mond ein Schlaflied singt, O wie selig kann der fliegen, Dem der Traum den Flügel schwingt, Daß an blauer Himmelsdecke Sterne er wie Blumen pflückt: Schlafe, träume, flieg’, ich wecke Bald Dich auf und bin beglückt.
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Interpretation
Das Gedicht "Hörst du wie die Brunnen rauschen" von Clemens Brentano thematisiert die Sehnsucht nach einem friedvollen, traumhaften Zustand und die Schönheit der Natur als Quelle der Inspiration und des Trostes. Durch die Verwendung von Sinneswahrnehmungen wie dem Rauschen der Brunnen und dem Zirpen der Grillen wird eine Atmosphäre der Ruhe und Stille geschaffen, die den Leser dazu einlädt, innezuhalten und zu lauschen. Die Natur wird hier als ein Ort der Kontemplation und des Träumens dargestellt, an dem man sich von den Sorgen des Alltags befreien und in eine Welt der Fantasie eintauchen kann. Die wiederholte Verwendung des Wortes "selig" unterstreicht die positive Konnotation, die mit dem Träumen und Sterben in Träumen verbunden ist. Der Dichter scheint eine Art von Erlösung oder Glückseligkeit in dem Gedanken zu finden, dass man in Träumen fliegen und die Sterne wie Blumen pflücken kann. Dies könnte als eine Flucht aus der Realität interpretiert werden, in der man sich von den Zwängen und Begrenzungen des Lebens befreien und in eine Welt der Unendlichkeit und Freiheit eintauchen kann. Die abschließende Zeile "Schlafe, träume, flieg', ich wecke Bald Dich auf und bin beglückt" deutet darauf hin, dass der Dichter eine Art von Freude und Erfüllung darin findet, den Träumenden in seine Welt der Fantasie zu entführen und ihn dann wieder in die Realität zurückzuholen. Dies könnte als eine Metapher für die Rolle des Dichters als Schöpfer von Träumen und Geschichten verstanden werden, der den Leser in eine andere Welt entführt und ihm dann wieder zurück in die Realität bringt, bereichert durch die Erfahrung des Träumens und der Fantasie.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Stille, stille, laß uns lauschen
- Anapher
- Hörst du wie die Brunnen rauschen, Hörst du wie die Grille zirpt?
- Hyperbel
- Sterne er wie Blumen pflückt
- Metapher
- Dem der Traum den Flügel schwingt
- Personifikation
- Wem der Mond ein Schlaflied singt
- Vergleich
- Selig, wen die Wolken wiegen