Höheres Leben
1843Der Mensch erwählt sein Leben, sein Beschließen, Von Irrtum frei kennt Weisheit er, Gedanken, Erinnrungen, die in der Welt versanken, Und nichts kann ihm der innern Wert verdrießen.
Die prächtige Natur verschönet seine Tage, Der Geist in ihm gewährt ihm neues Trachten In seinem Innern oft, und das, die Wahrheit achten, Und höhern Sinn, und manche seltne Frage.
Dann kann der Mensch des Lebens Sinn auch kennen, Das Höchste seinem Zweck, das Herrlichste benennen, Gemäß der Menschheit so des Lebens Welt betrachten, Und hohen Sinn als höhres Leben achten.
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Interpretation
Das Gedicht "Höheres Leben" von Friedrich Hölderlin thematisiert die menschliche Fähigkeit zur Selbstbestimmung und zum Streben nach höheren geistigen Werten. Hölderlin betont, dass der Mensch durch seine Weisheit und seine Erinnerungen in der Lage ist, sein Leben frei von Irrtümern zu wählen und zu gestalten. Diese innere Freiheit und der Wert, den der Mensch in sich selbst findet, können ihm niemand nehmen. Die Natur spielt in Hölderlins Gedicht eine wichtige Rolle, da sie die Tage des Menschen verschönert und ihm Inspiration für neue Gedanken und Fragen gibt. Der Geist in ihm treibt ihn dazu an, nach Wahrheit und höherem Sinn zu streben. Hölderlin deutet an, dass der Mensch durch seine geistige Auseinandersetzung mit der Welt und sich selbst den Sinn des Lebens erkennen kann. Abschließend betont Hölderlin, dass der Mensch in der Lage ist, das Höchste und Herrlichste zu benennen und das Leben entsprechend der Menschheit zu betrachten. Er schätzt den hohen Sinn als höheres Leben und strebt danach, ein Leben zu führen, das von Weisheit, Wahrheit und geistiger Erkenntnis geprägt ist. Das Gedicht vermittelt somit eine optimistische Sicht auf die menschliche Natur und ihre Fähigkeit, durch geistige Anstrengung ein erfülltes und sinnvolles Leben zu führen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Der Mensch erwählt sein Leben, sein Beschließen
- Bildlichkeit
- Die prächtige Natur verschönet seine Tage
- Metapher
- Das Höchste seinem Zweck, das Herrlichste benennen
- Parallelismus
- Von Irrtum frei kennt Weisheit er, Gedanken, Erinnrungen
- Wiederholung
- und das, die Wahrheit achten, Und höhern Sinn