Hochzeit-Wuntsch
1872So lebt nun, liebes Paar, lebt zwischen Krieg und morden In dennoch süsser Ruh und in dem schönen Orden Der lieben Einigkeit; lebt, daß deß Glückes neiden Muß Euch und euer Thun stets fliehen und vermeiden! So wüntschen etwas gilt, so woll auch diß Gott geben, Daß ihr, wenn ihr seid tod, noch lange möget leben, Viel Söhne, daß man denn nach euch, dem Vater, nennet, So viel der Töchter auch nach euch, der Mutter, kennet.
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Interpretation
Das Gedicht "Hochzeit-Wuntsch" von Friedrich Freiherr von Logau ist ein Hochzeitswunsch, der dem Brautpaar ein erfülltes und glückliches Leben zusammen wünscht. Der Dichter verwendet dabei eine bildhafte Sprache, die sowohl die Herausforderungen als auch die Schönheit des Ehelebens anspricht. Die Zeilen "So lebt nun, liebes Paar, lebt zwischen Krieg und morden" deuten auf die möglichen Konflikte und Schwierigkeiten hin, die im Eheleben auftreten können. Doch gleichzeitig betont er die "süsse Ruh" und den "schönen Orden" der lieben Einigkeit, was die Harmonie und den Zusammenhalt symbolisiert, der durch die Ehe entsteht. Im weiteren Verlauf des Gedichts wünscht der Dichter dem Paar, dass es von Glück umgeben ist und dass Neid und Missgunst ihnen fernbleiben. Der Wunsch, dass das Paar auch nach dem Tod noch lange leben möge, deutet auf den Wunsch nach einem nachhaltigen Erbe hin. Dies wird durch den Wunsch nach vielen Söhnen und Töchtern unterstrichen, die den Namen der Eltern weitertragen. Die Zeilen "Viel Söhne, daß man denn nach euch, dem Vater, nennet" und "So viel der Töchter auch nach euch, der Mutter, kennet" betonen die Bedeutung von Familie und Nachkommen für die Fortführung des Lebens und der Erinnerung an das Paar. Insgesamt ist das Gedicht ein traditioneller und herzlicher Hochzeitswunsch, der die Hoffnung auf ein glückliches und fruchtbares Eheleben zum Ausdruck bringt. Es spiegelt die Werte der damaligen Zeit wider, in der Familie und Nachkommenschaft eine zentrale Rolle spielten. Der Dichter verbindet dabei die Idee der Liebe und Einigkeit mit dem Wunsch nach einem dauerhaften Erbe, das über das eigene Leben hinausreicht.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Apostrophe
- So lebt nun, liebes Paar
- Hyperbel
- Daß ihr, wenn ihr seid tod, noch lange möget leben
- Metapher
- zwischen Krieg und morden
- Parallelismus
- So viel der Töchter auch nach euch, der Mutter, kennet
- Wunschform
- So wüntschen etwas gilt, so woll auch diß Gott geben