Historienmaler - Französischer

Wilhelm Friedrich Waiblinger

1804

Wähle den Stoff nur gut, er sei fein klassisch, denn einzig Ist es das Klassische nur, was mit der Kunst sich verträgt. Römer und Griechen und Mythologie sind klassische Quellen, Aber verstehe mich, daß du den Effekt nicht vergißt. Ungewöhnlich sei Licht und Reflex, Halbschatten und Schatten, Denn das Gewöhnliche bleibt einmal für immer gemein. Was die Antike betrifft, so ahme den Reiz und die Wollust, Ahme die sinnliche Form, aber die Kälte nicht nach Gieb der Venus ein üppig Gelock, und künstliche Blumen, Und so lüstern sie kann, liege die Schmachtende da. Bildest du Helden, so bilde sie mir in rasender Stellung, Nimm das tragische Spiel großer Acteurs zum Modell. Componirest du Cäsars Tod, so denke, du malest Furien, und daß der Blick stier nur und fürchterlich ist! Nur nichts an Farben gespart, du hast auf Augen zu wirken, Und auf die Menge, was gehn Sinn und Verstand dich denn an?

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Interpretation

Das Gedicht "Historienmaler - Französischer" von Wilhelm Friedrich Waiblinger thematisiert die Anforderungen und Techniken der Historienmalerei im klassischen Stil. Der Dichter betont die Wichtigkeit der Auswahl eines geeigneten Stoffes, der dem klassischen Ideal entspricht, da nur das Klassische mit der Kunst harmoniert. Er nennt die Antike, insbesondere die Römer und Griechen sowie die Mythologie, als klassische Quellen, warnt jedoch davor, den Effekt zu vergessen. Waiblinger gibt detaillierte Anweisungen zur Komposition und Ausführung des Gemäldes. Er fordert ungewöhnliches Licht und Schatten, um das Gewöhnliche zu vermeiden und die Aufmerksamkeit des Betrachters zu erregen. Bei der Darstellung antiker Figuren rät er, den Reiz und die Sinnlichkeit nachzuahmen, jedoch nicht die Kälte. Er beschreibt, wie Venus mit üppigem Lockenhaar und künstlichen Blumen dargestellt werden sollte, um ihre lüsterne Natur zu betonen. Für die Darstellung von Helden empfiehlt Waiblinger eine rasende Haltung und die Imitation des tragischen Spiels großer Schauspieler. Bei der Komposition von Cäsars Tod rät er, an Furien zu denken und den Blick stier und fürchterlich zu gestalten. Abschließend betont er die Bedeutung von Farben und den Effekt auf die Augen des Betrachters, wobei er die Menge und nicht den Verstand ansprechen will.

Schlüsselwörter

klassische ahme wähle stoff gut fein klassisch einzig

Wortwolke

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Stilmittel

Alliteration
sinnliche Form, aber die Kälte
Hyperbel
Nur nichts an Farben gespart, du hast auf Augen zu wirken
Imperativ
Wähle den Stoff nur gut, er sei fein klassisch
Kontrast
ahme den Reiz und die Wollust, Ahme die sinnliche Form, aber die Kälte nicht nach
Metapher
Römer und Griechen und Mythologie sind klassische Quellen
Personifikation
Furien
Rhetorische Frage
Und auf die Menge, was gehn Sinn und Verstand dich denn an?
Vergleich
nimm das tragische Spiel großer Acteurs zum Modell