Hinter den Häusern heult ein Hund
unknownHinter den Häusern heult ein Hund. Denn die Schatten der Nacht sind bleich und lang; und des Meeres Herz ist vom Weinen wund; - und der Mond wühlt lüstern im Tang.
Durch Morgennebel streicht hastig ein Boot, die Segel schwarz, wie vom Tod geküßt. Die Flut faucht salzig näher und droht… Bang knarrt der Seele morsches Gerüst.
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Interpretation
Das Gedicht "Hinter den Häusern heult ein Hund" von Erich Kurt Mühsam zeichnet ein düsteres und melancholisches Bild der Nacht und des Meeres. Die Szenerie wird durch den heulenden Hund eingeleitet, der in der Dunkelheit als einsamer Klagegesang widerhallt. Die "Schatten der Nacht" werden als "bleich und lang" beschrieben, was eine unheimliche Atmosphäre schafft. Das Meer wird als leidend dargestellt, sein "Herz" ist "vom Weinen wund", was eine tiefe Traurigkeit und Verletzlichkeit ausdrückt. Der Mond wird als "lüstern" charakterisiert, der im Tang "wühlt", was eine sexuelle Konnotation haben könnte und die Nacht als einen Ort der Begierde und des Verlangens erscheinen lässt. Im zweiten Teil des Gedichts wird die Szene zum Morgen hin verlagert. Ein Boot, dessen Segel "schwarz" und vom "Tod geküßt" sind, durchquert den Nebel. Dieses Bild vermittelt eine Atmosphäre von Gefahr und Bedrohung. Die Flut "faucht salzig näher und droht", was die Macht und Unberechenbarkeit des Meeres unterstreicht. Das "morsche Gerüst" der Seele "knarrt bang", was auf eine fragile und verletzliche menschliche Existenz hindeutet, die den Kräften der Natur und des Schicksals ausgesetzt ist. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine düstere und bedrohliche Stimmung, die von Einsamkeit, Traurigkeit und der Unausweichlichkeit des Todes geprägt ist. Die Natur wird als ein Ort des Leidens und der Gefahr dargestellt, während der Mensch als ein schwaches und verletzliches Wesen erscheint, das den Kräften des Universums ausgeliefert ist.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Hinter den Häusern heult ein Hund
- Assonanz
- durch Morgennebel streicht hastig ein Boot
- Hyperbel
- des Meeres Herz ist vom Weinen wund
- Metapher
- des Meeres Herz ist vom Weinen wund
- Personifikation
- Mond wühlt lüstern im Tang
- Synästhesie
- die Flut faucht salzig näher und droht
- Vergleich
- die Segel schwarz, wie vom Tod geküßt