Hinaus

Louise Franziska Aston

unknown

Seh′ ich die Vögel fliehn in die Nester, Ist eine Träne dem Auge erlaubt; Denn nur die Sorge ist meine Schwester, Nirgends bett′ ich mein heimatlos Haupt.

Drum denn hinaus ins Freie! ins Weite! Nichts nenn′ ich mein, drum gehört mir das All; Jubelnd begrüßen mich, die Befreite, Wandernde Stürme mit Donnerschall.

Hoch von der Felsen gigantischen Spitzen Seh′ ich das Dunkel des Lebens erhellt; Wenn mich die ew′gen Gedanken durchblitzen, Baut sich im Busen die eigene Welt!

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Illustration zu Hinaus

Interpretation

Das Gedicht "Hinaus" von Louise Franziska Aston beschreibt die Sehnsucht und das Streben nach Freiheit und Selbstbestimmung. Die lyrische Ich-Erzählerin fühlt sich heimatlos und allein, begleitet nur von der Sorge. Sie sehnt sich danach, auszubrechen und ins Unbekannte aufzubrechen, um sich selbst zu finden und ihre eigene Welt zu erschaffen. Die Natur wird als Ort der Freiheit und des Trostes dargestellt. Die Vögel, die in ihre Nester zurückkehren, wecken in der Erzählerin eine Träne der Sehnsucht. Sie selbst hat kein Zuhause, zu dem sie zurückkehren könnte. Doch anstatt sich in dieser Einsamkeit zu verlieren, beschließt sie, hinauszugehen und die Weite zu umarmen. Sie fühlt sich befreit und von den wandernden Stürmen mit donnerndem Klang begrüßt. Die letzten beiden Strophen des Gedichts beschreiben die Erleuchtung und Erkenntnis, die die Erzählerin auf den "gigantischen Spitzen" der Felsen erfährt. Das Dunkel des Lebens wird erhellt, und ewige Gedanken durchblitzen sie. In ihrem Inneren baut sich eine eigene Welt auf, die ihre Identität und ihren Sinn des Lebens widerspiegelt. Das Gedicht endet mit einem Gefühl der Hoffnung und der Möglichkeit, dass die Erzählerin durch ihre Reise nach außen ihre innere Welt gefunden hat.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Bildsprache
Hoch von der Felsen gigantischen Spitzen
Hyperbel
Nichts nenn′ ich mein, drum gehört mir das All
Metapher
Baut sich im Busen die eigene Welt
Personifikation
Wandernde Stürme mit Donnerschall
Symbolik
Seh′ ich das Dunkel des Lebens erhellt